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02.11.2026 | Spielbericht: Männer I

HaSpo-Serie endet mit Minikader und drei Roten Karten

HaSpo-Serie endet mit Minikader und drei Roten Karten

Nicht ganz unerwartet ist die Siegesserie von HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer im sechsten Saisonspiel zu Ende gegangen. Im Nachholspiel bei HT München traf der Vizemeister schließlich nicht nur auf ein Spitzenteam, sondern musste dabei zudem mit einem erheblich krankheitsgeschwächten Minikader auskommen. Als das Personal dann auch noch durch nicht weniger als drei Rote Karten dezimiert wurde, ließ sich die erste Saisonniederlage mit 22:25 (9:13) nicht mehr verhindern. Bei insgesamt zehn Zeitstrafen mussten die Bayreuther in einer insgesamt sehr hitzigen Atmosphäre ein Drittel der Spielzeit in Unterzahl absolvieren, doppelt so viel wie die Gastgeber mit viermal zwei Minuten und einer Disqualifikation.

Maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis hatte das vor allem in der ersten Halbzeit. Als aus der 6:4-Führung (17.) ein 6:9-Rückstand (23.) wurde, kassierte HaSpo zwei Gegentore während einer Strafe für Maximilian Berthold (ein drittes ganz kurz danach) und dann noch eines nach der direkten Roten Karte für den erst kurz zuvor eingewechselten Mats Renfordt (Gesichtstreffer). Wenig später wurde eine doppelte Unterzahl nach zwei Strafen innerhalb von 17 Sekunden gegen den nach studienbedingter Auszeit zurückgekehrten Rechtsaußen Jakob Stiegler und Nico Brückner mit 1:1 Toren zum 11:8-Zwischenstand (27.) sogar noch gut überstanden, aber in den letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit folgten nach einer Strafe für Clemens Maeser noch 1:2 Tore zum Pausenstand. Sechs bis sieben der 13 Münchner Tore fielen also, als die HaSpo-Abwehr nicht komplett war.

Im HaSpo-Lager wollte man die Schiedsrichter aber nicht für die Niederlage verantwortlich machen. „Ein Großteil der Strafen gegen uns war durchaus berechtigt, weil wir einfach nicht geschickt genug verteidigt haben“, bekannte Trainer Mathias Bracher. „Allerdings hätte ich mir auch auf der Gegenseite ein paar Strafen mehr gewünscht. Die Münchner wirkten extrem aggressiv und da hätte ich es gern gesehen, wenn die Schiedsrichter etwas mehr Einhalt gebieten. Aber vielleicht habe ich da auch die Vereinsbrille auf.“ Etwas schärfer formulierte es sein Assistent Steffen Berghammer: „Ich habe schon länger den Eindruck, dass unsere Leistungsträger gezielt verprügelt und von den Schiedsrichtern nicht geschätzt werden. Das wollen wir auch nicht kommentarlos hinnehmen.“

Ein Ziel besonders harter Attacken war wieder einmal Johannes Ruoff, der beim Stand von 6:4 nach einem ungeahndeten Foul für den Rest der ersten Halbzeit ausfiel (in der zweiten aber uneingeschränkt weiter kämpfte und noch fünf Tore erzielte). Dann musste auch noch Sven Goeritz nach einer ebenfalls konsequenzlosen Szene aussetzen, bis die Befürchtung einer Gehirnerschütterung ausgeräumt war. „Da mussten wir dann schon mal mit recht kuriosen Aufstellungen spielen“, sagte Bracher über die richtungsweisende Phase. Schließlich täuschte der gut gefüllte Spielberichtsbogen erneut über die tatsächliche Personalsituation hinweg. Fabio Nicola und Timon Hübner kamen gar nicht für einen Einsatz infrage, die jungen Außen Benjamin Müller und Moritz Schlitter blieben auf der Bank für den Fall, dass angeschlagene und krankheitsgeschwächte Akteure nicht durchhalten sollten. Nach den Roten Karten für Renfordt (22.), Maeser (33.) und Berthold (57.) blieben somit von den nominell 14 Feldspielern gerade noch sieben übrig.

Trotz aller schwierigen Umstände schien die Niederlage aber keineswegs unvermeidlich. „Mit tollem Kampf und einer richtig starken Abwehr in der zweiten Halbzeit hatten wir immer noch eine Chance“, sagte Bracher und trauerte umso mehr den vergebenen Möglichkeiten nach. „Mit 40 Fehlern gewinnt man nun mal kein Spiel.“ Neben 26 Fehlwürfen gegen den Drittliga-erfahrenen Torhüter Sebastian Allmendinger auch bei vielen klaren Chancen (darunter zwei Siebenmeter) leistete sich sein Team noch 14 Ballverluste: „Da haben wir manchmal den Kopf verloren und schlechte Entscheidungen getroffen.“ Darunter litt nicht zuletzt das in diesem Fall stark mitentscheidende Spiel in Unterzahl, als überhastete technische Fehler auch zu Gegentreffern ins leere Tor führten. So wuchs der Rückstand beim 10:15 (33.) und 17:22 (52.) bis auf fünf Tore. Doch selbst eine Minute vor Schluss war mit dem Tor zum 21:23 noch nichts entschieden, ehe mit offener Manndeckung noch zwei Gegentreffer hinzu kamen.

HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Stiegler, Nicola, Fröhlich (1), Ruoff (5), Brückner (7), Berthold (1), Müller, Maeser (2), Renfordt, Goeritz (3), Eßlinger (3/3), Hübner, Schmidt, Schlitter.