News

23.10.2026 | Vorbericht: Männer I

Sichere Hinweise auf ein Schlagerspiel

Sichere Hinweise auf ein Schlagerspiel

Nach fünf Spieltagen in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer mag man noch zweifeln, ob die Tabelle schon alle Kräfteverhältnisse zwischen den Mannschaften abbildet. Wenn aber an diesem Samstag um 19.30 Uhr im Schulzentrum Ost HaSpo Bayreuth auf die TG Landshut trifft, darf man sich fast schon sicher ein, ein Schlagerspiel zu erleben.

Dass dabei der Tabellendritte mit 8:0 Punkten den Zweiten mit 9:1 zu Gast hat, ist nämlich nicht nur eine Momentaufnahme. Es spiegelt vielmehr genau das nahezu einheitliche Niveau wider, auf dem sich beide Rivalen seit Jahren bewegen. Nachdem HaSpo im Jahr 2023 aus der 3. Liga abgestiegen war, erwies sich die TG Landshut zunächst als klar beste Mannschaft der Liga und qualifizierte sich als Meister mit 45:7 Punkten ihrerseits für ein allerdings nur einjähriges Gastspiel in der 3. Liga. Die Bayreuther wurden damals Dritter mit einem Rückstand von sieben Punkten, gewannen aber trotzdem ihr denkwürdiges Heimspiel mit 28:24. Das war die einzige Niederlage des späteren Meisters, nachdem er mit 4:4 Zählern in die Saison gestartet war (ansonsten also 41:1!).

Nach der Rückkehr der Niederbayern lieferten sich dann beide Teams in der vergangenen Saison einen Zweikampf um die Rolle des Vizemeisters hinter der dominierenden SG Regensburg. Dabei hatte HaSpo am Ende mit 43:9 Punkten knapp die Nase vorn mit einem Zähler vor den Niederbayern. Entscheidend dafür waren die Siege in beiden direkten Duellen mit 29:23 daheim und 24:21 auswärts.

„Die Landshuter gehören nun mal zu den besten Mannschaften der Liga“, unterstreicht HaSpo-Trainer Mathias Bracher. „So wie wir uns vorgenommen haben, wieder weit vorne mitzuspielen, werden sie es bestimmt auch wollen.“ Ihr bislang einziger Punktverlust mit 33:33 bei HSC Coburg II muss dabei schon als kleiner Makel in der Bilanz gelten.

Für die Qualität der Gäste spricht nicht zuletzt die Kontinuität im Kader von TG-Trainer Csaba Szücs junior. Den früheren Bayreuther Drittliga-Spieler Tobias Gretsch kann man im linken Rückraum und in der Abwehr sogar fast als Verstärkung bewerten, denn in der zurückliegenden Saison stand er verletzungsbedingt nur in 15 Spielen zur Verfügung (47 Tore). In den fünf Spielen der laufenden Runde traf er schon 18-mal. Zudem sind die drei erfolgreichsten TG-Torschützen der vergangenen Saison weiterhin dabei. Der damals für die Siebenmeter zuständige Linksaußen Armin Guss (126/34 in 23 Spielen) führte die interne Torjägerliste an vor zwei Linkshändern: Der Bayreuther Paul Saborowski (99/2), der 2023 aus beruflichen Gründen nach Landshut gewechselt war und seither beständig einer der Hauptleistungsträger ist, konnte nur 20 Einsätze bestreiten und wurde noch von Daniel Scheibengraber (117 in 24 Spielen) übertroffen.

Beide Akteure auf der rechten Angriffsseite haben bisher auch in der neuen Saison den größten Anteil daran, dass die Landshuter fast 35 Tore pro Spiel erzielen. Der privat immer noch eng mit Bayreuth verbundene Saborowski führt mit 29 Treffern vor Scheibengraber (25), der diesmal seinerseits mit einem Spiel im Rückstand ist. „Paul ist zweifellos einer der besten Spieler der Liga“, unterstreicht sein Ex-Trainer Bracher. „Mit seiner Schnelligkeit und Wendigkeit ist er ganz schwer unter Kontrolle zu bekommen.“

Den langjährigen Bayreuther Teamkollegen gelang dies bisher sogar meist noch verhältnismäßig gut. Auf irgendwelche taktischen Geheimrezepte will es Bracher aber nicht zurückführen, dass drei der bisherigen vier Begegnungen mit dem Team um das HaSpo-Eigengewächs gewonnen wurden (einzige Ausnahme war ein 23:30 auswärts im Landshuter Meisterjahr 2023/24): „Da ist einfach jedem bewusst, dass es ein absolutes Spitzenspiel geben wird. Entsprechend ist die Leidenschaft besonders groß – und das ist ohnehin unsere Stärke. Aber das muss man natürlich jedes Mal von Neuem beweisen.“

Getrübt wird die Vorfreude des HaSpo-Trainers nur durch diverse Blessuren, die der eindrucksvolle 31:24-Sieg beim zuvor ebenfalls verlustpunktfreien VfL Günzburg mit sich gebracht hat. Insbesondere ein drohender Ausfall von Timon Hübner, der mit seiner Platzwunde am Kinn sogar noch weiterzuspielen versuchte, sich dann aber auch noch am Oberschenkel verletzte, wäre „sehr bitter“. Schließlich habe sich der Rückkehrer aus der Jugend-Meistermannschaft des HC Erlangen schnell als „Riesenbereicherung“ erwiesen. Immerhin hat der weitere Spielverlauf in Günzburg aber gezeigt, dass der HaSpo-Kader sogar einen solchen Rückschlag verarbeiten kann.