Das erste von vier Spielen in Folge gegen Spitzenteams in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer hat HaSpo Bayreuth sehr überzeugend gewonnen. Beim VfL Günzburg, gegen den der Vizemeister in der vergangenen Saison beide Duelle verloren hatte, feierte er diesmal einen am Ende sogar ungefährdeten Start-Ziel-Sieg mit 31:24 (18:16). Mit 8:0 Punkten erwarten die Bayreuther nun am kommenden Samstag um 19.30 Uhr die mit 9:1 Zählern ebenfalls noch unbesiegte TG Landshut.
Getrübt wurde die Stimmung im HaSpo-Lager allerdings durch eine Verletzung von Timon Hübner. Der Neuzugang zog sich schon nach wenigen Minuten bei einem von den Schiedsrichtern nicht geahndeten Zweikampf eine Platzwunde am Kinn zu (zusätzlich noch Schmerzen im Oberschenkel) und musste im Krankenhaus genäht werden. Infolge der Überlastung der Notaufnahme zog sich die Heimfahrt des Mannschaftsbusses bis tief in die Nacht hin (Ankunft um 2.30 Uhr). Dass Hübner im Schlagerspiel gegen Landshut mitwirken kann, erscheint nun sehr unwahrscheinlich. „Es ist natürlich sehr schade, dass es unseren stabilsten Spieler so stark getroffen hat“, zeigte sich Trainer Mathias Bracher betroffen. „Das werden wir irgendwie kompensieren müssen – wie schon so oft.“
Spontan kompensierte seine Mannschaft den frühen Rückschlag jedenfalls schon mal sehr gut. Ein glänzender Start von Torwart Robin Hennig und einige zusätzliche Fehlwürfe der Günzburger führten schnell zu einer soliden Führung mit 6:2 (7.) und 9:4 (11.). Die Konterchancen wurden dabei in der ersten und zweiten Welle nahezu perfekt umgesetzt. Als sich dann nicht zuletzt durch den Ausfall von Hübner ein paar Schwierigkeiten in der Abwehr abzeichneten, schmolz der Abstand zwar auf 10:9 (17.), aber HaSpo behielt bis zum Ende der ersten Halbzeit stabil mit zwei bis drei Toren die Nase vorn.
In der zweiten Hälfte mussten die Bayreuther auch noch zusätzlich verkraften, dass der bis dahin mit fünf Toren glänzende Benedict Fröhlich wegen Schulterproblemen nur noch eingeschränkt einsatzfähig war. Das wurde allerdings durch die verbesserte Feinabstimmung in der Defensive mehr als wettgemacht. Die HaSpo-Deckung stellte die Gastgeber nun vor einige Rätsel, wobei einmal mehr Maximilian Berthold in der Mitte und Sven Goeritz in der weit vorgezogenen Position herausragende Rollen spielten. Zudem parierte der zur Pause eingewechselte Torwart Tizian Braun unter anderem drei von vier Siebenmetern des Günzburger Strafwurfspezialisten Noah Heisch. Überhaupt gewannen beide HaSpo-Torhüter insbesondere die Duelle mit den sonst treffsicheren Günzburger Außen sehr deutlich (Heisch 3/1, Pfetsch 1).
Aus den Erfolgen in der Abwehr resultierten wieder viele Ballgewinne als Basis für Gegenstöße. Dabei wurden zwar im Abschluss längst nicht alle Chancen genutzt, aber es genügte, um mit fünf Toren in Folge zum 25:18 (42.) die Stimmung in der wie immer sehr gut gefüllten Halle weitgehend zum Erliegen zu bringen. Allein vier dieser vorentscheidenden Treffer erzielte der stets gefährliche Nico Brückner innerhalb von gut sechs Minuten. Zu den auffälligsten Akteuren gehörte zudem der in kompletten 60 Einsatzminuten unermüdlich rackernde Johannes Ruoff, der zeitweise auch die Position von Hübner in der Rückraummitte übernahm.
„Insgesamt war das schon eine sehr starke Leistung“, freute sich Bracher. „Vor allem die Abwehr in der zweiten Halbzeit war brillant. Man darf wohl sagen, dass die Günzburger da keine Chance mehr hatten.“
HaSpo Bayreuth: Hennig, Braun – Nicola, Fröhlich (5), Böker, Ruoff (5), Brückner (10/2), Berthold (1), Rodenkirchen (1), Maeser (2), Renfordt (1), Wopperer, Goeritz (2), Eßlinger (1), Hübner (1), Schmidt (2).