Nach einem spielfreien Wochenende trägt HaSpo Bayreuth nun auch das dritte Saisonspiel in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer in heimischer Halle aus. Die Begegnung mit dem SV Anzing am Samstag um 19.30 Uhr im Schulzentrum Ost erscheint dabei wie eine Generalprobe für die anschließende Serie von Spitzenspielen. An den folgenden vier Spieltagen trifft der zweimalige Vizemeister nämlich genau auf jene Mannschaften, die am Ende als Tabellennachbarn auf den ersten fünf Plätzen erwartet werden. Diese Phase beginnt am 17. Oktober beim VfL Günzburg – immerhin die einzige Mannschaft, gegen die HaSpo in den drei Jahren seit dem Abstieg aus der 3. Liga zuletzt beide Duelle in einer Spielzeit verloren hat.
Zur Vorbereitung auf diese richtungsweisenden Aufgaben kam HaSpo-Trainer Mathias Bracher das spielfreie Wochenende nicht ungelegen, um an der Feinabstimmung im vergrößerten Kader dieser Saison arbeiten zu können. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. „Wir wurden von einer regelrechten Krankheitswelle erwischt“, erklärt der Coach. „Ein Plan war zum Beispiel, das Spiel mit sieben gegen sechs zu üben – aber wir hatten nicht mal genug Leute für sechs gegen sechs zusammen.“ Der Wert der spielfreien Zeit bestand somit hauptsächlich in der Erholung: „Vor einer Woche hätten wir wahrscheinlich nur ein Rumpfteam aufbieten können.“
Ganz komplett wird das Aufgebot aber auch diesmal nicht sein. Stefan Wopperer ist voraussichtlich noch nicht wieder einsatzfähig, bei Fabio Nicola ist es ebenso fraglich wie beim angeschlagenen Moritz Schmidt. Zudem stand schon länger fest, dass Torwart Tizian Braun und Neuzugang Clemens Maeser an diesem Wochenende verhindert sein würden.
„Wir werden also in erster Linie auf uns selbst schauen müssen“, sagt Bracher mit Blick auf die Partie gegen den SV Anzing. Trotz der ungefährdeten Siege gegen HBC Nürnberg (33:20) und TSV Ottobeuren (31:28) laufe noch längst nicht alles optimal: „Wir haben im Videostudium gezeigt, was wir verbessern müssen. Unsere Abläufe müssen geschmeidiger werden und unsere Abwehr robuster.“
Der in der vergangenen Spielzeit auf Platz zehn ins Ziel gegangene SV Anzing ist mit Niederlagen gegen den TSV Rothenburg (27:29) und bei der bemerkenswert starken jungen dritten Mannschaft des HC Erlangen (30:43) gestartet, gewann zuletzt das Nachbarderby gegen den in der Vorsaison noch besser platzierten TSV Allach aber unerwartet deutlich mit 34:24. „Das war gut für uns, denn so kann niemand auf die Idee kommen, diese Aufgabe zu unterschätzen“, sagt Bracher. Der Gast verfüge über „zwei, drei bewegliche Rückraumspieler, die uns im Eins-gegen-eins fordern werden“.
Die erfolgreichsten Torschützen der Oberbayern sind bereits aus dem Vorjahr bekannt, als HaSpo das Heimspiel sehr klar mit 29:18 gewann, in Anzing mit 25:22 aber doch einige Mühe hatte. Rückraumspieler Sebastian Felber glänzte in den bisherigen drei Spielen mit 22 Toren (darunter nur ein Siebenmeter) und liegt damit sogar deutlich über seinem ohnehin starken Schnitt aus dem Vorjahr von 4,73. Übertroffen wird er noch vom langjährig bewährten Rechtsaußen Florim Hoxha, der erste Wahl bei den Siebenmetern ist (26/9). Der kosovarische Nationalspieler lag am Ende der vergangenen Saison mit 171 Treffern (7,13 pro Spiel) an zweiter Stelle der Liga-Torjäger hinter dem dominierenden Tiago Couto vom HBC Nürnberg (217). Zu den Anzinger Trümpfen beim zurückliegenden Sieg gehörte zudem eine herausragende Torwartleistung von Matteo Czeslik.
Überhaupt hat sich im Kader der Gäste im Vergleich zum Vorjahr zumindest zahlenmäßig nicht viel verändert. Während die Zwillinge Paavo und Jussi Hofmann in das mit Bundesliga-Ambitionen gegründete Projekt der bisher überlegen wirkenden Münchner Panther aufgenommen wurden, kamen mit Benny Schubert und Philipp Laforce zwei Neuzugänge aus unterklassigen Vereinen. Viel Vertrauen setzt man aber in den eigenen Nachwuchs.
Nicht mehr dabei ist der aus Bayreuther Sicht bekannteste Name in den Reihen der „Anzinger Löwen“: Der frühere HaSpo-Spielmacher Julian Ruckdäschel hat sein Traineramt bereits kurz vor dem Ende der abgelaufenen Saison abgegeben, nachdem vier Niederlagen in Folge den Klassenerhalt in Gefahr zu bringen drohten. Sein Nachfolger wurde Kay Hoffmann, der schon früher in dieser Funktion tätig war und zwischenzeitig die TG Landshut 2024 zum Aufstieg in die 3. Liga geführt hat.