Wenn sich Spieler für einen Wechsel zu HaSpo Bayreuth entscheiden, dann kommen sie meist wegen des Studiums in die Stadt. Oder sie haben persönliche Wurzeln im Verein, wie Timon Hübner, der bekanntlich vom Drittliga-Team des HC Erlangen zurückkehrt (wir berichteten). Doch Clemens Maeser ist anders. Der 28-Jährige, der zum Beginn der kommenden Saison in der Männer-Regionalliga Bayern sogar schon 29 Jahre alt sein wird, hat die Studienzeit schon hinter sich. Und er stammt aus Köln. Die vergangene Spielzeit absolvierte der flexibel einsetzbare Rückraumspieler nicht einmal in Bayern, sondern bei der SG LVB Leipzig in der Sachsenliga (5. Liga unterhalb der Oberliga Mitteldeutschland).
Von dort war der Weg zu HaSpo aber doch gar nicht so weit. Bei den selbsternannten „Straßenbahnern“ (LVB steht für Leipziger Verkehrsbetriebe) spielt schließlich schon lange der ehemalige HaSpo-Kapitän Hannes Zerrenner. Die Verbindung zu einem anderen Ex-Bayreuther im Team ist aber sogar noch enger: Die Partnerin von Carsten Hansen, der bis 2025 bei HaSpo II aktiv war, und die Freundin von Clemens Maeser sind Schwestern – und stammen aus Bayreuth. „Über ihn kam der erste Kontakt zustande“, erklärt der HaSpo-Neuzugang. „Und Hannes hat dann schon auch mitgeholfen.“ Mit einem einjährigen Kind soll nun solides Familienleben beginnen, und dafür fiel die Wahl auf die Heimat der Mutter. Besuche gab es natürlich schon: „Ein paar Mal habe ich auch bereits bei HaSpo mittrainiert.“
Bis zum Einstand beim neuen Verein wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Vor allem beruflich muss der IT-Fachmann noch einiges regeln, denn noch arbeitet er für ein Unternehmen in Köln. Mit Homeoffice und gelegentlichen Fahrten habe sich das zwar auch von Leipzig aus organisieren lassen, aber als Dauerlösung wäre Maeser damit nicht ganz glücklich: „Ich will nicht immer allein daheim sitzen, denn ich liebe es, im Team unmittelbar mit Leuten zusammen zu arbeiten.“ Deswegen werde er sich wohl nach einer Alternative in näherer Umgebung von Bayreuth umsehen. Auch der Umzug werde sich nicht von heute auf morgen vollziehen lassen, sodass eine gemeinsame Saisonvorbereitung mit dem HaSpo-Team kaum zu erwarten sei: „Ich werde wohl erst Mitte Oktober dabei sein.“
Entsprechend zurückhaltend formuliert Clemens Maeser seine persönlichen Saisonziele: „Erst mal werde ich wohl nur mittrainieren und sehen, welche Rolle ich finden kann. Es sind ja viele junge Leute im Team, denen kann ich als einer der Ältesten vielleicht zunächst in der Abwehr helfen. Wenn ich dann aber richtig mitspiele, habe ich hohe Motivation, mit HaSpo die Erfolge aus den vergangenen Jahren zu wiederholen. Nach allem, was ich höre, wird gern sehr schnell gespielt, und das gefällt mir jedenfalls schon mal.“
Über mangelnden Erfolg konnte sich Clemenes Maeser auch in der abgelaufenen Saison schon nicht beklagen. Die SG LVB Leipzig wurde Vizemeister in der Sachsenliga mit nur vier Punkten Rückstand zum BSV Limbach-Oberfrohna. Maeser trug dazu in 17 Spielen 57 Tore bei, darunter nur zwei Siebenmeter. Eine Revanche gegen den Meister gelang dann sogar im Finale um den sächsischen Verbandspokal mit einem 27:25-Sieg vor großer Kulisse in Dresden. Höhere Qualifikationen waren mit den Ergebnissen allerdings nicht verbunden. Auf die Möglichkeit eines Aufstiegs in die Oberliga Mitteldeutschland verzichteten nicht nur die beiden Erstplatzierten, sondern sogar auch noch der Tabellendritte. Und ein Weg für den Verbandspokalsieger in den DHB-Pokal ist im Modus nicht vorgesehen.