Zufrieden wirkt Andreas Berghammer nach der 25. Handball-Saison seines Vereins. Dafür sorgt nicht nur der Rückblick des seit der Gründung im Jahr 2001 amtierenden Vorsitzenden auf die abgelaufene Spielzeit, sondern auch schon ein wenig der Ausblick auf die kommende.
Vor allem gilt das für das Abschneiden der Männer, die in der Regionalliga Bayern trotz schwieriger Umstände die Vizemeisterschaft aus dem Vorjahr wiederholt haben. „Das war schon mehr als ich vor Saisonbeginn erwartet hatte, denn nach unseren erneuten Abgängen hatte ich eher mit etwas um den fünften Platz herum gerechnet“, sagt Berghammer. „Wenn man aber den Saisonverlauf betrachtet, war es sogar sehr viel mehr als man erwarten durfte. Schließlich hatten wir viele und auch richtig schwere Verletzungen zu verkraften, aber was Spieler und Trainer dann daraus gemacht haben, war absolut herausragend.“ Besonders hebt er die jungen Akteure hervor, die teilweise erstmals auf diesem Niveau dabei waren und nicht selten viel größere Rollen spielen mussten, als man ihnen ursprünglich zugedacht hatte: „Zu sehen, wie heiß die auch im letzten Spiel noch waren, obwohl es nicht mehr um viel ging und die Partie früh entschieden war – das war schon toll. Ja, ich bin mega zufrieden.“
Zur gelassenen Stimmung des Vorsitzenden im Jubiläumsjahr tragen auch schon die Perspektiven für die nächste Spielzeit bei: „Ich freue mich sehr, dass Mathias Bracher noch ein weiteres Jahr als Trainer weiter macht. Er kann als eine Art Mentor unseren Neuzugang Christopher Seel an die künftigen Aufgaben heranführen. Diese Konstellation gefällt mir gut.“ Zudem zeichne sich ab, dass der in den zurückliegenden Monaten oft bedenklich dünn besetzte Kader in der neuen Saison breiter aufgestellt sein wird: „Es werden wieder hauptsächlich junge Spieler sein, die zu uns kommen. Aber genau dafür haben wir das richtige Trainerteam.“ Nicht zuletzt dank der Verstärkung durch Seel könnten auch strukturelle Verbesserungen am Trainingskonzept möglich werden: „Mir schwebt ein gemeinsamer Termin zum regelmäßigen Austausch von Vertretern der Herren eins und zwei sowie männlicher A- und B-Jugend vor – vielleicht einmal im Monat.“
Neuaufbau bei den Damen
Weniger zu feiern hatten die HaSpo-Damen, die für ihre unerwartete Meisterschaft in der Oberliga Nord zwar mit dem zweiten Platz bei der Wahl der Bayreuther Mannschaft des Jahres 2025 belohnt wurden, aber den Klassenerhalt in der Regionalliga nicht geschafft haben. „Vor der Saison war mir eigentlich ziemlich klar, dass wir wohl wieder absteigen würden“, bekennt Berghammer, der zusammen mit Matthias Fehn selbst als Trainer amtierte. Im Verlauf der Saison hat sich aber gezeigt, dass der Klassenerhalt durchaus möglich gewesen wäre. Dafür hätten wir allerdings eine ordentliche Vorbereitung haben müssen und häufiger den kompletten Kader, der mit einem Punktgewinn beim Vizemeister sein Potenzial gezeigt hat.“
Traurig sein müsse man wegen des Abstiegs aber nicht unbedingt, sagt Berghammer: „Schließlich müssen wir die Mannschaft wieder ganz neu aufbauen.“ Beispielsweise habe Anna Mahl nun den Verein endgültig verlassen, nachdem sie als Torschützenkönigin der Oberliga Nord maßgeblich zum Aufstieg beigetragen hatte und dann nach einem Auslandssemester erst in der zweiten Hälfte der Regionalliga-Saison eingreifen konnte. Davon lässt sich der Vorsitzende aber nicht abschrecken: „Ich werde als Trainer weitermachen.“
Auch in der Breite lässt der Kader der Frauen noch Wünsche offen. Man habe sogar Mühe, wieder eine zweite Mannschaft aufzubieten, die ein Jahr nach dem Aufstieg in die Bezirksoberliga ebenfalls wieder abgestiegen ist, sagt Berghammer: „Wir suchen noch Spielerinnen, denn wir hätten sehr gerne eine zweite Mannschaft, auch um unseren weiblichen Jugendlichen die Möglichkeit für zusätzliche Spiele zu bieten.“
„Größter Wunsch“: Leitender Nachwuchstrainer
Als „größten Wunsch“ für die kommende Saison bezeichnet Berghammer allerdings weder bei den Männern, noch bei den Frauen einen besonderen sportlichen Erfolg. Sondern: „Im Hinterkopf stelle ich mir einen hauptamtlichen Trainer vor, mindestens halbtags, der die Arbeit mit D- und E-Jugend koordiniert. Wir betreuen schließlich 110 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, darunter viele Mädels, was mich besonders freut. Denen wollen wir nicht nur die Handball-Grundlagen vermitteln, sondern auch soziale Werte – Teamgeist eben. Es braucht also nicht nur jemanden mit Fachkompetenz, sondern auch mit Engagement für dieses Thema.“
Auch einzelne Übungsleiterstellen beim jüngsten Nachwuchs sind noch unbesetzt, berichtet Berghammer: „Uns fehlen noch Trainer für die weibliche D- und E-Jugend. Und bei den Minis haben wir gerade Lisa Pöhlmann verabschiedet – hoffentlich nicht für immer. Da suchen wir wir auch dringend Unterstützung mit derselben Qualität für Anna Al-Sayed, momentan allein für diese Jahrgänge verantwortlich, denn dort wird die Basis geschaffen für später.“
Gewisse Erleichterung verspricht sich der HaSpo-Vorsitzende von der bereits sicheren Neubesetzung der Planstelle für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), die im vergangenen Sommer unbesetzt geblieben war: „Das hilft sicher, denn zu den Aufgaben gehört ja die Mitwirkung bei der Nachwuchsarbeit. Aber Bedarf an Helfern hat man doch immer. Wir haben zwar durchaus viele Personen, die sich für etwas zur Verfügung stellen, aber wir müssen dabei noch effektiver werden.“