Verstärkung für den Rückraum! Nach den Erfahrungen mit der dünnen Personaldecke in der vergangenen Handball-Saison sowie dem Abschied von Yannik Meyer-Siebert und Hannes Fischer war das wohl der größte Wunsch im Lager HaSpo Bayreuth für die kommende Spielzeit in der Regionalliga Bayern der Männer – und genau das verspricht nun der erste Neuzugang: Mit Timon Hübner kehrt ein Spieler zurück, der beim HC Erlangen reichlich hochklassige Erfahrung in der Jugend-Bundesliga und zuletzt in der 3. Liga gesammelt hat.
Der heute 21-Jährige hatte bei HaSpo von den Minis an alle Nachwuchs-Altersklassen durchlaufen, ehe er 2021 beim HC Erlangen die Herausforderung in der Bundesliga der B-Jugend suchte. Ambitionen zu einer Profilaufbahn haben bei dieser Entscheidung „nicht unbedingt“ eine Rolle gespielt, wie er sagt: „Das wäre natürlich schon schön gewesen, aber erst mal ging es mir darum, in der Jugend auf so hohem Niveau wie möglich zu spielen.“ Dieses Ziel darf man als erreicht betrachten, denn mit der A-Jugend stand er dann zweimal in den Endrunden um die Deutsche Meisterschaft. „Damit hatten wir auch die Erwartungen des Vereins übertroffen, denn so weit war er vorher nicht gekommen.“
Nachdem 2023 das Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen die Endstation markiert hatte, stand die Erlanger A-Jugend (unter anderem mit den heutigen Bundesliga-Spielern Tim Gömmel, Lars Genz, Hans Willax und Maxsim Lochman) ein Jahr später sogar im Halbfinale und scheiterte nur denkbar knapp am späteren Meister Füchse Berlin. Nach einem 37:34-Heimsieg ging das Rückspiel trotz einer Führung mit bis zu vier Toren mit 32:35 verloren, sodass bei Gleichstand die zwei mehr erzielten Auswärtstore der Berliner den Ausschlag gaben. Für Hübner wurden dabei zwei Tore in der ersten Partie notiert und sogar vier in der zweiten, wobei sein Treffer zum 32:35-Anschluss gut zwei Minuten vor dem Ende die Dramatik auf die Spitze trieb. Parallel dazu gehörte der Bayreuther auch schon zum Kader des U23-Teams in der 3. Liga, das damals noch vom heutigen Bundesliga-Coach Johannes Sellin trainiert wurde.
In der vergangenen Saison kam Timon Hübner hauptsächlich auf der Spielmacherposition im Erlanger Drittliga-Team zum Einsatz, das in der Gruppe Süd zur Spitzengruppe gehörte und mit nur drei Punkten Abstand zum zweiten Aufstiegsrundenplatz auf Rang fünf landete. Mit einer Körpergröße von 1,89 m kann er aber auch als Werfer im linken Rückraum Akzente setzen. Allerdings konnte er nur 22 Spiele absolvieren, in denen er 28 Tore erzielte (ohne Siebenmeter).
Trotz der Nähe zu den Erlanger Bundesliga-Profis will der Bayreuther jetzt aber erst einmal andere Schwerpunkte setzen: „Ich studiere ja ohnehin Sportökonomie in Bayreuth, und das gefällt mir richtig gut. Mit täglichem Training von Montag bis Freitag war das schon eine Menge Fahrerei, und jetzt kommt auch noch ein Praktikum hier dazu. Da war die Rückkehr einfach naheliegend.“ Als Rückschritt in der Laufbahn will er das aber nicht verstanden wissen: „Ich bin sehr froh darüber wieder mit vielen alten Freunden zusammenzuspielen“, sagt Hübner. Dazu gehören nicht nur Zeitgenossen aus demselben Jahrgang, sondern auch frühere Trainer wie Sven Goeritz, Johannes Ruoff oder Fabio Nicola: „Der Kontakt ist ja auch nie abgerissen. Wenn es sich einrichten ließ, habe ich immer in Bayreuth zugeschaut. Auch privat haben wir viel gemeinsam unternommen. Mit einigen war ich im Vorjahr sogar im Urlaub.“
Und hohe sportliche Ziele kann man sich schließlich auch beim Regionalliga-Vizemeister der zurückliegenden beiden Spielzeiten setzen: „Mit HaSpo in die 3. Liga aufzusteigen, wäre natürlich toll“, sagt Hübner. „Wenn in der Richtung was gehen sollte, nehme ich das sehr gerne mit.“