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02.05.2026 | Vorbericht: Männer I

Letzte Auswärtshürde auf dem Weg zum Vizetitel

Letzte Auswärtshürde auf dem Weg zum Vizetitel

Nach der klaren Niederlage im Gipfeltreffen gegen die seither als Meister feststehende SG Regensburg geht es für HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer noch darum, die Vizemeisterschaft aus der Vorsaison zu wiederholen. Dafür müssen noch zwei Aufgaben gelöst werden, um den Vorsprung von einem Punkt gegenüber der TG Landshut zu verteidigen. Vor dem abschließenden Heimspiel am 9. Mai gegen den abstiegsbedrohten TSV Haunstetten steht der Tabellenzweite zunächst am Samstag um 19.30 Uhr vor der letzten Auswärtshürde beim TSV Lohr.

HaSpo-Trainer Mathias Bracher geht nicht davon aus, dass die vorzeitige Entscheidung im Rennen um die Meisterschaft die Moral seiner Mannschaft nachhaltig geschwächt hat: „Diesen Eindruck hatte ich im Training nicht. Alle sehen noch ein Ziel vor Augen und haben richtig Lust darauf.“ Daran ändere auch die anfänglich spürbare Enttäuschung nichts: „Sicher hatten sich alle etwas mehr erhofft. So eine volle Halle hatten einige noch gar nicht erlebt und wollten da natürlich besonders viel leisten. Mitte der ersten Halbzeit schien auch noch alles möglich zu sein, aber dass es dann schnell so klar wurde, war schon schwer zu verkraften.“

Möglich sei daher, dass der eine oder andere Spieler „gerade nicht das allerstärkste Selbstvertrauen hat“. Immerhin hat das Gipfeltreffen aber ein paar positive Anzeichen für die lange Zeit extrem angespannte Personalsituation gebracht: „Jo Ruoff hat sich im Training auf individuelle Arbeit konzentriert, aber ich hoffe schon, dass er wieder dabei sein kann“, sagt Bracher. „Und Nico Brückner hat gezeigt, dass er uns zumindest in der Abwehr helfen kann.“

Mehr Grund zur Freude hatte man zuletzt jedenfalls beim TSV Lohr. Auch die Unterfranken standen beim TSV Haunstetten vor einer vorentscheidenden Partie und räumten mit einem 30:24-Sieg alle Zweifel am Klassenerhalt aus. Eine Niederlage hätte den Abstand zum ersten Abstiegsplatz auf zwei Punkte reduziert, doch nach dem zweiten überzeugenden Sieg in Folge (zuvor 30:17 gegen den TSV Rothenburg) sind es nun vorentscheidende sechs. Auch in diesem Fall erwartet Bracher aber keinen Spannungsanfall im Team: „Vor ihren meist vielen Zuschauern sind sie immer motiviert und jetzt im letzten Heimspiel der Saison bestimmt erst recht.“ Sicher nicht zufällig hat die Mannschaft 15 ihrer 19 Punkte in heimischer Halle gesammelt.

Daher sagt es auch nicht allzu viel aus, dass HaSpo das Hinspiel zum Start ins neue Jahr klar mit 22:16 gewonnen hat. „Damals hatten wir sie ganz gut im Griff, aber das ist schon eine gute Mannschaft“, sagt Bracher. Das gelte besonders für die Stammformation mit gefährlichen Außen, dem höherklassig erfahrenen Routinier Franziskus Gerr am Kreis sowie dem Rückraum mit dem langjährig bewährten Maximilian Schmitt („Der hat uns schon oft Probleme bereitet.“) und Fabian Zehnter, der in Bayreuth mit sechs Toren herausragte. „Dreh- und Angelpunkt ist aber Patrik Dobos“, betont Bracher. „Der trifft fast alle Entscheidungen.“ Der zu Saisonbeginn verpflichtete Ungar liegt in der Torjägerliste der Liga mit 123 Treffern (5,35 im Schnitt) an sechster Stelle, auch weil er mit Quote von 88,5 Prozent zu den besten Siebenmeter-Werfern gehört (54/61).

Im Vergleich zum Hinspiel dürfte sich beim TSV Lohr inzwischen auch der Einfluss des namhaften neuen Trainers deutlicher bemerkbar machen. Der ehemalige slowakische Nationaltrainer Peter David, der beim TV Großwallstadt auch in der Bundesliga tätig war, gab in Bayreuth erst seinen Einstand und musste erkennen dass „noch viel Arbeit“ vor ihm lag. Auf sein Konto gehen nicht zuletzt die ersten Auswärtspunkte in Waldbüttelbrunn und nun in Haunstetten, die wesentliche Schritte zum Klassenerhalt markierten.