News

27.04.2026 | Spielbericht: Männer I

HaSpo im Gipfeltreffen ohne Chance

HaSpo im Gipfeltreffen ohne Chance

HaSpo Bayreuth ist es nicht gelungen, das Rennen um die Meisterschaft in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer bis zum Ende offen zu halten. Im Gipfeltreffen gegen Spitzenreiter SG Regensburg unterlag der Tabellenzweite sogar deutlich mit 26:33 (10:16), sodass der Titelfavorit aus der Oberpfalz bei nunmehr sechs Punkten Vorsprung bereits am drittletzten Spieltag den Aufstieg in die 3. Liga feiern konnte – was er mit seinen begeisterten Schlachtenbummlern auch ausgiebig tat.

„Mein Glückwunsch gilt dem verdienten Meister, der eine tolle Saison gespielt hat“, zeigte sich HaSpo-Trainer Mathias Bracher als fairer Verlierer. „Etwas enttäuscht“ sei er aber trotzdem: „Es ging mir gar nicht so sehr um unsere eigene Titelchance, die ja ohnehin nicht groß war. Aber wir wollten gegen den Favoriten ein Topspiel bieten, und das ist uns leider nicht gelungen. Wir hatten gehofft, länger einen offenen Kampf liefern zu können, doch dafür waren wir vor allem zu schwach in den Zweikämpfen. Zu oft konnten die Regensburger in Bedrängnis noch den Ball weiter spielen – und das machen sie nun mal sehr gut.“ Sein Regensburger Kollege Benjamin Herth sprach von einer „akribischen Vorbereitung“ auf die Partie, nicht zuletzt in Erinnerung an das Hinspiel, in dem es mit 28:28 den einzigen Punktverlust gab seit der Auftaktniederlage in Landshut (28:29): „Dieses Spiel hatte für uns einen Lerneffekt.“

Für derart gezielte taktische Einstellung gab es dagegen im HaSpo-Lager kaum Möglichkeiten. „Am Mittwoch hatten wir genau zwei Rückraumspieler im Training“, berichtet Bracher. Zwar war der Spielberichtsbogen mit 16 Namen gefüllt, obwohl Benjamin Müller kurzfristig erkrankt ausgefallen war, doch uneingeschränkt verfügbar waren nur acht Feldspieler. Der aus dem zurückliegenden Spiel in Coburg angeschlagen hervorgegangene Stefan Wopperer war ebenso wenig einsatzfähig wie der langzeitverletzte Kapitän Fabio Nicola, und der seit Langem nur als Siebenmeterwerfer eingreifende Nico Brückner konnte nur in der Abwehr etwas mehr beitragen. Felix Köhler aus der zweiten Mannschaft war ebenso wie der dritte Torwart Vincent Plötz zur Ergänzung nominiert worden und durfte in den letzten drei Minuten als Linksaußen debütieren.

Zudem hatte man mit dem ebenfalls schon länger fehlenden Johannes Ruoff nicht rechnen können. „Ich war selbst überrascht, dass er am Donnerstag zum Training kam“, sagt Bracher. „Danach sagte er, es geht.“ Beim Stand von 3:5 (12.) unternahm der quirlige Linkshänder die ersten Gehversuche im Rückraum, und am Ende war er mit acht Treffern sogar der mit Abstand erfolgreichste Bayreuther Werfer.

Mit seinem ersten Tor zum 8:7 (17.) markierte Ruoff die erste HaSpo-Führung, die aber auch schon die letzte bleiben sollte. Knapp acht Minuten später zeichnete sich beim 8:13 (25.) schon ab, dass die Bayreuther Möglichkeiten allzu begrenzt waren. Immer schwerer fiel es ihnen, gegen die oft extrem offensive, bewegliche und auch im Zweikampf robuste SG-Abwehr einen zwingenden Abschluss zu finden, der den starken Torwart Balint Kaiser vor Probleme gestellt hätte.

Die Schwierigkeiten wurden zudem durch die frühe zweite (durchaus fragwürdige) Zeitstrafe für Maximilian Berthold verstärkt (16.), der als einzige etatmäßige Besetzung in der Abwehrmitte und am Kreis eine Schlüsselrolle spielte. In seinen Zwangspausen und erst recht nach seiner dritten Zeitstrafe (44.) wurden sofort Notlösungen erforderlich. Meist wechselte Sven Goeritz an den Kreis und musste als Linksaußen von Benedict Fröhlich vertreten werden, der dadurch seinerseits im Rückraum fehlte. Folglich wurden die Abläufe im HaSpo-Angriff ungenauer, was einige Ballverluste und Gegentore durch Konter zur Folge hatte. Ebenso fehlte Berthold in der Abwehr mit seiner Zweikampfstärke gegen den spielerisch starken, ausgeglichen besetzten und entsprechend variantenreichen Regensburger Rückraum.

Da auch noch insgesamt vier von sechs Siebenmetern vergeben wurden und der Start in die zweite Halbzeit mit vier Gegentoren in Folge vollkommen misslang, war nach einer deprimierenden 2:13-Serie bereits beim 10:20 (36.) die Entscheidung gefallen. Von da an ging es für die Gastgeber nur noch um Schadensbegrenzung. Auf mehr als elf Tore wuchs der Abstand nicht mehr an, und in den letzten 90 Sekunden gelang noch eine Resultatsverbesserung um drei Tore. Alle erzielte Ruoff, der nach dem vorsichtigen Beginn zunehmend aufspielte, als wäre er nie verletzt gewesen.

An den verbleibenden beiden Spieltagen geht es für HaSpo jetzt noch darum, die Vizemeisterschaft aus dem Vorjahr zu wiederholen. Dazu gilt es, den einen Punkt Vorsprung vor der ursprünglich ebenfalls höher eingeschätzten TG Landshut zu verteidigen. „In Lohr erwartet uns nun eine weitere schwierige Aufgabe“, mahnt Bracher. „Deswegen müssen wir jetzt erst mal die Enttäuschung aus den Köpfen kriegen.“

HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig, Plötz – Nicola, Fröhlich (2), Böker, Ruoff (8/1), Brückner (1/1), Berthold (2), Köhler, Rodenkirchen (1), Meyer-Siebert (2), Wopperer, Fischer (3), Goeritz (4), Schmidt (3).

Kein Platz in der Halle für den BHV-Geschäftsführer

Nicht zuletzt wegen der vielen Schlachtenbummler aus Regensburg musste HaSpo den Zugang zur Halle am Schulzentrum Ost wegen drohender Überfüllung sperren. Die 600 Armbändchen, die wegen der besseren Übersicht über die Gesamtzahl der Zuschauer auch an die Kinder mit freiem Eintritt verteilt wurden, waren restlos vergriffen. „Bestimmt 50 Leute mussten wir leider abweisen“, sagte der HaSpo-Vorsitzende Andreas Berghammer, der sich auch selbst am Eingang darum kümmerte. „Das galt sogar für den Geschäftsführer des Bayerischen Handballverbands.“ Jörn Ilper, der nach einer langen Bundesliga-Laufbahn beim VfL Gummersbach in der Saison 2006/07 sogar für HaSpo gespielt hat, habe die Zurückweisung „sehr freundlich“ angenommen.