News

24.04.2026 | Vorbericht: Männer I

HaSpo erwartet Spitzenreiter zum Gipfeltreffen

HaSpo erwartet Spitzenreiter zum Gipfeltreffen

Der Zweite trifft auf den Ersten: Mehr Spitzenspiel geht nicht, wenn HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer am Samstag um 19.30 Uhr im Schulzentrum Ost die SG Regensburg zu Gast hat. Bei nur noch drei ausstehenden Spieltagen sind die Bayreuther als Tabellenzweiter mittlerweile rechnerisch die einzige Mannschaft, die den Oberpfälzern die Meisterschaft noch streitig machen kann.

Aus eigener Kraft kann HaSpo zwar keinen Führungswechsel mehr erzwingen, seit der Abstand zwischen beiden Teams durch die Heimniederlage gegen den VfL Günzburg auf vier Punkte angewachsen ist. Allerdings könnte ein Heimsieg die Spannung im Rennen um die Meisterschaft vielleicht bis zum letzten Spieltag aufrechterhalten. Zum Saisonabschluss müssen die Regensburger nämlich zum spielstarken Tabellenvierten HT München, der ohne eigenen Erfolgsdruck durchaus das Zeug zum Stolperstein haben könnte. Bei dadurch möglicher Punktgleichheit des Spitzenduo wäre HaSpo dann dank des eindrucksvollen Punktgewinns beim Hinspiel in Regensburg (28:28) durch den gewonnenen direkten Gesamtvergleich beider Rivalen im Vorteil.

Ganz abgesehen davon, haben die Bayreuther aber auch noch einen Ruf zu verlieren. Schließlich ist ihnen in den beiden Spielzeiten seit dem unglücklichen Abstieg aus der 3. Liga dank der Heimstärke jeweils das Kunststück gelungen, den Meister zu besiegen. In der Vorrunde der Saison 2023/24 war dieser Stellenwert des 28:24-Sieges gegen die TG Landshut noch nicht ganz abzusehen, aber 2025 gelang zum Abschluss der Runde mit 28:27 gegen den TV Erlangen-Bruck sogar ein Erfolg gegen den ansonsten ungeschlagenen Dominator der Liga.

Dieses Argument lässt auch die SG Regensburg nicht vollkommen unbezwingbar erscheinen, auch wenn ihre Position ziemlich unerschütterlich erscheint. Von den bisherigen 23 Spielen haben die Oberpfälzer nur ein einziges verloren, und zwar gleich zum Saisonauftakt mit 28:29 in Landshut. Seither gab es nur noch einen einzigen weiteren Punktverlust – eben gegen ein HaSpo-Team, dessen Teilerfolg mit einem damals schon geschwächten Aufgebot als handfeste Sensation galt.

Die jeweils 28 Tore in den beiden Spielen ohne Sieg markieren den Minusrekord in der Statistik des Tabellenführers, zusammen mit dem 28:19-Sieg im bisher letzten Auswärtsspiel beim TSV Lohr. Ansonsten erzielte er nie weniger als 32 Treffer, durchschnittlich 34,5 pro Spiel. Sechsmal wurde die Marke von 40 Treffern erreicht, zuletzt am vergangenen Wochenende mit 42:21 gegen den zuvor zunehmend erfolgreichen TSV Haunstetten. Die höchste Ausbeute gelang beim Tabellensechsten TSV Allach mit 48:26. Die gesamte Tordifferenz der Regensburger beträgt 252, was fast genau elf pro Spiel entspricht. Sie gewinnen ihre Spiele also im Schnitt zweistellig!

Diese hohe Torausbeute der Mannschaft um Ex-Nationalspieler Benjamin Herth auf dem Trainerposten verteilt sich auf einen ausgeglichen stark besetzten Kader. An der Spitze der internen Torjägerliste steht Linksaußen Tom Wuka mit 115 Treffern in 18 Spielen (6,39 im Schnitt), der allerdings seit Mitte März verletzt ausfällt. Dahinter folgt schon der schnelle und wendige Spielmacher Bastian Simbeck mit 113 aus 22 Spielen (5,14), den HaSpo-Trainer Mathias Bracher als Schlüsselfigur hervorhebt: „Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass der Mann in der falschen Liga spielt.“ Dessen Bruder Johannes kommt als Distanzwerfer im linken Rückraum auf 3,77 Tore pro Spiel. Im insgesamt zweifellos stärksten Angriff der Liga bleibt oft nicht viel Einsatzzeit für den Ex-Bayreuther Johannes Reif, der in der Vorsaison noch fast drei Tore pro Spiel für HaSpo erzielt hat.

Der vielleicht entscheidende Schritt für die Entwicklung der Regensburger vom Spitzenteam der vergangenen Jahre zum klaren Titelfavoriten war aber die Verstärkung im Tor. Der Serbe Matija Gligic hat zuvor 18 Jahre lang als Profi in Italien gespielt, zuletzt beim Zweitligisten ASD Pallamano Cologne.

Bei diesen Kräfteverhältnissen fällt es Mathias Bracher nicht leicht, das Gipfeltreffen als entscheidendes Spiel um die Meisterschaft zu bezeichnen: „Ich glaube, dass sich die Regensburger das nicht mehr nehmen lassen, selbst wenn wir tatsächlich gewinnen sollten. Auch wenn HT München am letzten Spieltag natürlich frisch aufspielen kann. Und vielleicht wären sie dann unter dem Erfolgsdruck doch ein wenig nervös – na ja...“ Realistischer sei jedenfalls das eigene Ziel, „zu zeigen, dass wir auch unter diesen Umständen mit so einem Gegner mithalten können.“

Zwar war der HaSpo-Kader auch beim Hinspiel schon stark dezimiert, aber da war immerhin mit Johannes Ruoff noch ein erfahrener Linkshänder im Rückraum dabei, der dann auch in letzter Sekunde den Siebenmeter zum Ausgleich verwandelte. Der eine oder andere schon länger verletzte Spieler hat schon seit einiger Zeit verlauten lassen, zumindest gegen Regensburg noch einmal dabei sein zu wollen, aber da hat Bracher wenig Hoffnung: „Das wäre auch für mich selbst überraschend, wenn das klappen sollte. Von denen trainiert ja auch gar keiner mit.“ Vielmehr stehe sogar zusätzlich ein Fragezeichen hinter Stefan Wopperer und Torhüter Robin Hennig, die angeschlagen aus dem zurückliegenden 30:28-Sieg bei HSC Coburg II hervorgegangen sind.

Um mit dem Rumpfteam etwas ausrichten zu können, sei in erster Linie eine geringe Fehlerquote im Angriff entscheidend: „Mit unseren begrenzten Möglichkeiten müssen wir geduldig gute Abschlüsse finden. Sonst handeln wir uns zu viele Gegenstöße ein, denn auch das machen die Regensburger in letzter Zeit immer besser. Auf der anderen Seite dürfen wir uns in unserer offensiven Abwehr nicht überlaufen lassen, sondern müssen die Zweikämpfe gewinnen.“ Eine Art von „na ja“ lässt sich der HaSpo-Trainer aber doch auch bei seinem Fazit entlocken: „Immerhin haben wir in den letzten beiden Begegnungen schon sehr schlau gespielt.“