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14.04.2026 | Allgemein

Verstärkung für das HaSpo-Trainerteam

Verstärkung für das HaSpo-Trainerteam

Mit einem Neuzugang im Trainerstab nimmt HaSpo Bayreuth die kommende Saison in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer in Angriff. Christopher Seel wird beim amtierenden Vizemeister und aktuellen Tabellenzweiten als zusätzlicher Co-Trainer neben Steffen Berghammer tätig werden und hat damit auch die Entscheidung für den langjährigen Chefcoach Mathias Bracher erleichtert, sein bewährtes Engagement noch um ein weiteres Jahr zu verlängern.

„Wir sind sehr zufrieden mit dieser Lösung und planen langfristig mit Christopher Seel, für den wir uns früher oder später auch noch andere Funktionen im Verein vorstellen können“, sagt HaSpo-Vorsitzender Andreas Berghammer über den 40-Jährigen, der bei der SG Helmbrechts/Münchberg schon viel Erfahrung in der Vereinsführung gesammelt hat. „Wie das genau aussehen kann, werden wir noch mit der Zeit besprechen. Jetzt ist erst mal wichtig, dass wir mit Sicherheit im Trainerteam planen und auch Spieler entsprechend konkret ansprechen können.“

Die kommende Saison sei in der Zusammenarbeit zunächst als „ein Jahr des Übergangs“ vorgesehen. Fest eingeplant sei dabei zunächst einmal die Rolle von Seel als Co-Trainer mit besonderer Aufmerksamkeit für die Arbeit mit den Torhütern. In diesem Bereich verfügt er über die höchste deutsche Fachlizenz. Die Ausbildung dazu absolvierte er unter der Leitung des über viele Jahre in der Bundesliga glänzenden früheren schwedischen Nationaltorhüters Mattias Andersson (Kiel, Großwallstadt, Flensburg), der als Torwarttrainer der deutschen Nationalmannschaft amtiert. „Der war schon als Spieler mein großes Vorbild“, sagt Seel, der in Helmbrechts selbst im Tor stand. „Bei einer Körpergröße von 1,70 Metern allerdings etwas unorthodox“, wie er lachend ergänzt.

Auch für den HaSpo-Neuzugang selbst ist ein „Jahr des Übergangs“ ganz in seinem Sinne, zumal er gerade mit einer neuen Arbeitsstätte und dem Umzug zurück in die Heimat im Landkreis Kulmbach zusätzliche Belastungen hat: „Es ist gut, die Mannschaft erst einmal in Ruhe und nicht gleich mit unmittelbarem Erfolgsdruck kennenlernen zu können.“ Dabei hat er kein Problem damit, dass Mathias Bracher zunächst der „Chef“ bleiben wird: „Das ist ein sehr geschätzter Kollege, von dem ich auch noch viel lernen kann.“

Obwohl seine Qualifikation nicht zuletzt als Referent bei der Trainer-Ausbildung des Bayerischen Handballverbands unverkennbar ist, betritt Seel in Bayreuth schließlich auch in gewisser Weise noch persönliches Neuland, denn bisher war er immer für weibliche Teams verantwortlich – zuletzt beim Zweitligisten ESV Regensburg für die junge zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern und die weibliche A-Jugend: „Da muss ich mal ein Plädoyer für den Damen-Sport loswerden. Der wird in allen Sportarten unterschätzt. Für mich war das aber nie eine Notlösung, sondern hat richtig viel Spaß gemacht. Bei den Trainingsinhalten sehe ich da so gut wie keinen Unterschied zu den Männern. Es ist wohl eher eine Frage der Ansprache.“

Ein Bild von der künftigen Aufgabe hat sich Seel in der laufenden Saison bereits gemacht, und Spieler wie Stefan Wopperer und Maximilian Berthold kennt er sogar schon persönlich aus gemeinsamer Zeit bei der SG Helmbrechts/Münchberg: „Unter anderem habe ich den Sieg in Landshut gesehen. Das war für mich eines der besten Live-Spiele überhaupt in den letzten Jahren.“ Entsprechend denkt er auch schon über die Zeit als Torwarttrainer hinaus: „Wer mich kennt, der weiß, dass meine Ziele ambitioniert sind. Sonst wäre das auch nichts für mich. Das ist eine junge Mannschaft, die viel erreichen kann. Wenn es noch weiter nach oben geht, wird niemand nein sagen. Aber vor allem geht es darum, mit der Entwicklung aus dem Nachwuchs heraus diesen guten Status quo zu halten.“ Das klingt schon sehr nach der Philosophie der Vereinsführung: „Andi Berghammer und Co. haben sich auch unheimlich um mich bemüht. Ich hatte auch andere Anfragen, aber zusammen mit der Aussicht auf die Rückkehr in die Heimat hat das für mich den Ausschlag gegeben.“

Mannschaft hat sich für Mathias Bracher stark gemacht

Cheftrainer Mathias Bracher freut sich darauf, neben dem bewährten Steffen Berghammer noch eine weitere Unterstützung zu bekommen, die ihm Freiraum für Beruf und Familie schaffen kann: „Christopher Seel wird auch mal selbst ein Training gestalten können. Vor allem aber hilft uns seine Torwart-Expertise. Dieses Niveau haben unsere starken Torhüter verdient“, sagt der 63-Jährige, der schon von 2013 bis 2016 bei HaSpo tätig war und dann nach weiteren vier Jahren bei seinem Stammverein HC Erlangen (A-Jugend-Bundesliga und B-Jugend) 2020 als Nachfolger von Marc Brückner und Michael Werner zurückgekehrt ist. „Ich weiß es zu schätzen, dass der Verein große Kompromisse eingeht, um meinen persönlichen Umständen entgegen zu kommen.“

Entscheidend für seinen Entschluss, den am Ende dieser Saison geplanten Abschied von Bayreuth noch einmal um ein Jahr zu verschieben, sei aber das Engagement der Mannschaft gewesen: „Der Verein hat sich zurückgehalten, weil ich ja gesagt hatte, ich mache nur noch diese Saison. Aber von den Spielern kam eine Riesenwelle. Vor allem nach dem Sieg in Landshut waren alle euphorisch, weil es doch ganz offensichtlich so gut funktioniert.“

Dass es künftig mit einem dritten Trainer im Team zu Streitigkeiten um die Kompetenzen kommen könnte, fürchtet der Cheftrainer nicht: „Dass man zu dritt auf der Bank sitzt und jeder etwas hinein ruft, geht natürlich nicht. Aber Christopher sagt ja selbst, dass er sich erst mal heranarbeiten will, zumal es sein erster Job bei einem Männerteam ist.“ Aber wird das auch reibungslos bleiben, wenn es mal nicht so gut laufen sollte wie in den vergangenen Jahren? Da lacht Bracher: „In dem Fall ist Christopher schuld. Das haben Steffen und ich schon ausgemacht.“