Drei Wochen lang musste HaSpo Bayreuth in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer warten, um den Eindruck der insgesamt erst zweiten Heimniederlage seit dem unglücklichen Abstieg aus der 3. Liga im Frühjahr 2023 mit dem darauffolgenden Heimspiel korrigieren zu können. Nächster Gast des Tabellenzweiten nach dem 24:26 gegen den VfL Günzburg ist nun aber ausgerechnet jene Mannschaft, gegen die es die zuvor einzige Heimniederlage innerhalb der vergangenen drei Jahre gegeben hatte: Am Samstag um 19.30 Uhr kommt der TSV Allach ins Schulzentrum Ost, wo er am 11. Januar 2025 mit 29:27 gewonnen hat.
Eine Revanche gelang den Bayreuthern damals zwar schon im Rückspiel mit einem klaren 37:27-Sieg, aber das ändert nichts am Ruf der Münchner in der Liga als jederzeit gefährlicher Gegner. Die tatsächlichen Kräfteverhältnisse zeigten sich wohl eher beim ersten Duell der laufenden Saison, als HaSpo nach mehrfach wechselnder Führung schon mit 17:20 im Rückstand lag (43.), um sich schließlich doch mit 30:27 durchzusetzen. „Da waren wir heilfroh, die zwei Punkte dank unserer Abwehr am Ende doch noch geholt zu haben“, erinnert sich Co-Trainer Steffen Berghammer, der in dieser Woche Mathias Bracher vertrat. „Allach hat eine individuell richtig gut besetzte Mannschaft, die nicht zuletzt aufgrund der Jugendarbeit gut ausgebildet ist. Deswegen hätte ich sie in der Tabelle auch noch ein wenig weiter oben erwartet.“
Dafür mangelt es den Münchnern aber offenbar an Konstanz. Beispielsweise mit einem 31:29-Sieg in Günzburg haben sie gezeigt, dass sie den Vergleich mit der Spitzengruppe durchaus nicht scheuen müssen, aber andererseits gingen sie erst Mitte März im Heimspiel gegen Tabellenführer SG Regensburg mit 26:48 unter. Nach der Wiedergutmachung mit dem folgenden 33:28-Sieg beim TSV Lohr war dann auch der jüngste Eindruck wieder nicht überzeugend, als das Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten, aber mit seiner unorthodoxen Spielweise zunehmend erfolgreichen TSV Haunstetten mit 25:29 verloren ging. Unterm Strich steht der TSV Allach derzeit mit 22:20 Punkten solide auf dem sechsten Platz und hat keine Gefahr, in die Positionskämpfe der unteren Tabellenhälfte verwickelt zu werden.
Stark besetzt ist bei den Gästen vor allem der Rückraum mit dem spielenden Co-Trainer Philipp Batzer als erfolgreichstem Torschützen (101/42 in 20 Spielen) auf der rechten Seite, Vitus Baumgartner (80 Treffer) in der Mitte und Kapitän Tobias Wittmann auf der halblinken Position. Letzterer tat sich im Hinspiel gegen HaSpo mit sechs Toren hervor, stand jedoch im Saisonverlauf nicht durchgehend zur Verfügung und fehlte auch in der zurückliegenden beiden Spielen.
Gebürtiger Bayreuther in einer wichtigen Rolle
Einen wesentlichen Beitrag zur Wirkung des Allacher Rückraums leistet aber auch der aus Bayreuth stammende Julian Prause am Kreis, der vor ein paar Jahren im Trikot des TuS Fürstenfeldbruck sogar schon Zweitliga-Qualität bewiesen hat. „Man merkt ihm die höherklassige Erfahrung an“,sagt Berghammer. „Er setzt seinen Körper sehr geschickt ein und wird von den Mitspielern auch oft gesucht. Das wird eine der Herausforderungen für unsere Abwehr sein.“ Im Hinspiel erzielte Prause sechs seiner bisher 44 Saisontore.
Beide Mannschaften waren mit der Hoffnung in die Oster-Pause gegangen, dass sich der eine oder andere angeschlagene Spieler wieder erholen kann. Beim TSV Allach scheint sich das erfüllt zu haben, denn am Mittwoch gelang bei einem Testspiel gegen den Drittligisten TuS Fürstenfeldbruck ein beachtlicher 35:29-Sieg. Im HaSpo-Lager rechnet Berghammer dagegen nicht damit, dass sich an der stark dezimierten Besetzung der zurückliegenden Wochen viel ändern wird: „Tatsächlich geht es jetzt allen betroffenen Spielern besser. Aber alle haben nun mal Verletzungen, bei denen man sehr vorsichtig sein muss.