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17.03.2026 | Spielbericht: Männer I

HaSpo bringt Führung sicher ins Ziel

HaSpo bringt Führung sicher ins Ziel

Zugegeben: Die glanzvollen Kantersiege zum Untermauern der Titelansprüche in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer sind derzeit der SG Regensburg vorbehalten. Am 19. Spieltag schüchterte der Spitzenreiter die Konkurrenz sogar mehr denn je ein, indem er beim TSV Allach (immerhin Tabellensechster!) mit 48:26 einen neuen Saisonrekord aufstellte. Im Vergleich dazu erhöhte Hauptverfolger HaSpo Bayreuth mit 25:22 (16:13) beim SV Anzing in der Summe mit den vorangegangenen drei Siegen seine Tordifferenz gerade mal um zehn Tore. In dieser Rubrik der Tabelle wuchs der Abstand zwischen den beiden Führenden dadurch erstmals auf mehr als 100 Tore.

Doch solange die Bayreuther weiterhin einen Weg finden, um ihre Aufgaben auch ohne derartige spielerische Leichtigkeit zu lösen, ändert das nichts an der Konstellation mit einem Abstand von zwei Punkten. Entscheidend wäre in der Endabrechnung bei Punktgleichheit schließlich der direkte Vergleich, und da hat HaSpo dank des Unentschiedens im Hinspiel (28:28) weiterhin die Chance, mit einem Heimsieg am 25. April aus eigener Kraft einen Führungswechsel zu erzwingen.

Nicht zum ersten Mal führte der Weg zum Sieg über mannschaftliche Geschlossenheit. Die relativ bescheidene Ausbeute von 25 Treffern verteilte sich nämlich auf zehn Werfer, obwohl die stark angeschlagenen Johannes Ruoff und Fabio Nicola auf der Bank blieben und Nico Brückner weiterhin nur als Siebenmeterschütze zum Einsatz kam. Die Liste wurde auch nicht einmal von den etatmäßigen Torjägern angeführt. Neben Kreisspieler Maximilian Berthold, der mit seiner zentralen Position in der Abwehr schon gut ausgelastet wäre, traf auch Rückraumspieler Hannes Fischer viermal, nachdem er zuvor seit seiner Rückkehr von einem Auslandssemester zum Jahreswechsel noch überhaupt nicht als Torschütze in Erscheinung getreten war. Im rechten Rückraum hatte er wichtigen Anteil daran, das Fehlen von Ruoff zu kompensieren, und er zeichnete sich auch in der Defensive aus.

Der letztlich vielleicht entscheidende Trumpf der Bayreuther war aber wieder einmal die gleichmäßig starke Doppelbesetzung im Tor. Der zuletzt beständig überzeugende Tizian Braun wurde nach der Pause durch Robin Hennig abgelöst, und dieser avancierte mit elf Paraden bei 19 Würfen prompt zum herausragenden Spieler auf dem Feld.

Auf dieser Basis löste HaSpo die Aufgabe doch sogar etwas sicherer, als es der Endstand aussagt. Nur beim 1:2 (4.) lagen die Gäste einmal im Rückstand, und ab dem 6:4 (13.) führten sie sogar durchgehend mit einem stabilen Abstand von zwei bis vier Toren. Als es knapp zu werden drohte beim 21:19 (49.), 23:21 (56.) und 24:22 genau zwei Minuten vor Schluss, fanden sie immer eine Antwort. Allerdings war nicht zu übersehen, dass mit nachlassender Kraft in der zweiten Halbzeit die Fehlerquote im HaSpo-Angriff anstieg. Der erfahrene Stefan Wopperer war dabei wieder zunehmend als ordnende Hand für die jungen Spieler gefragt. „Das Entscheidungsverhalten unter Druck ist zurzeit bei uns eine Herausforderung“, erklärt Co-Trainer Steffen Berghammer.

Allerdings ist ihm zur Einordnung des Ergebnisses auch ein Kompliment an seinen langjährigen früheren Mannschaftskollegen Julian Ruckdäschel wichtig, der beim SV Anzing als Trainer amtiert: „Er hat dieser ebenfalls sehr jungen Mannschaft ein richtig gutes Konzept gegeben mit flinken Leuten, die schwer zu verteidigen sind.“ Dabei konnten die Gastgeber mit dem kosovarischen Nationalspieler Florim Hoxha (5/1) als erfolgreichstem Werfer ihr Potenzial gar nicht vollständig nutzen. Mit Sebastian Erber fehlte der Toptorschütze des Hinspiels (damals 7/1), der kosovarische Rückraum-Routinier Kreshnik Krasniqi sah schon in der achten Minute die Rote Karte nach einem Ellbogenstoß ins Gesicht von Benedict Fröhlich, und der soeben erst als Neuzugang gemeldete langjährige Profi-Torwart Felix Hertlein stand noch nicht zur Verfügung.

Am kommenden Samstag wird die Bayreuther Fähigkeit zur Problemlösung noch einmal ganz besonders gefordert sein. Mit dem lange Zeit selbst ganz vorne mitmischenden VfL Günzburg stellt sich nämlich eine von nur zwei Mannschaften im Schulzentrum Ost vor, gegen die es im Hinspiel eine Niederlage gegeben hat (26:29).

HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Lorenz (3), Nicola, Böker (2), Ruoff, Brückner (3/3), Berthold (4), Müller, Rodenkirchen (1), Fröhlich, Meyer-Siebert (1), Wopperer (2), Fischer (4), Goeritz (2), Schmidt (3).