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27.02.2026 | Vorbericht: Männer I

Weichenstellung in der Spitzengruppe

Weichenstellung in der Spitzengruppe

Nach zwei spielfreien Wochenenden in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer, die Nachholspielen zur Angleichung der Tabelle vorbehalten waren, verspricht nun der 17. von 26 Spieltagen wesentliche Weichenstellungen in der bisher dicht gedrängten Spitzengruppe. Die vier führenden Mannschaften stehen sich nämlich in direkten Duellen gegenüber. Während Spitzenreiter und Titelfavorit SG Regensburg seine Position beim heimstarken Tabellenvierten VfL Günzburg verteidigen muss, steht HaSpo Bayreuth am Samstag um 20 Uhr im Verfolgerduell bei der TG Landshut vor der letzten Auswärtsaufgabe der Saison bei einem der direkten Konkurrenten.

HaSpo geht mit einem Punkt Vorsprung ins Rennen und kann aus dem Hinspiel einen damals in der Deutlichkeit völlig überraschenden 29:23-Sieg vorweisen. Zudem haben die Bayreuther den Status der einzigen Mannschaft, die der SG Regensburg die Meisterschaft noch aus eigener Kraft streitig machen kann. Dank des imponierenden Punktgewinns beim Spitzenreiter (28:28) können sie nach derzeitigem Stand mit einem Sieg im Rückspiel nicht nur Punktgleichheit erzwingen, sondern auch den direkten Gesamtvergleich für sich entscheiden.

Um diese Ausgangsposition bis zum Duell mit dem Titelfavoriten am drittletzten Spieltag (25. April) zu verteidigen, muss nun allerdings erst einmal der Heimnimbus der Landshuter gebrochen werden. In den bisherigen acht Heimspielen haben die Niederbayern nämlich noch keinen Punkt abgegeben und zum Saisonstart auch den Regensburgern mit 29:28 die bisher einzige Saisonniederlage beigebracht.

Die Favoritenrolle liegt also wohl doch wieder bei den Gastgebern, die nach dem Titelgewinn 2024 zwar nur ein Jahr in der 3. Liga verbracht haben als Tabellenletzter der Gruppe Süd (10:50 Punkte), aber sich nach dem Abstieg personell sogar eher verbessert haben. „Sie können ohne Probleme wechseln, denn sie haben einen tief besetzten Kader auf hohem Niveau“, sagt HaSpo-Trainer Mathias Bracher.

Größte Überraschung beim HaSpo-Sieg im Hinspiel waren die klaren Vorteile im Vergleich der Torhüter. Schließlich hatten die Landshuter als Neuzugang den 31-jährigen Admir Ahmetasevic präsentiert, der mit der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland im Einsatz war. Auf internationalem Niveau war er in seiner Profi-Laufbahn auch bei Pfadi Winterthur (Schweiz) im EHF-Cup und mit Wisla Plock (Polen) sogar in der Champions League vertreten.

Hohe Qualität verspricht auch der Filip Sunajko (29), der in den vergangenen zehn Jahren in der höchsten Spielklasse Ungarns aktiv war. Es spricht für die Ausgeglichenheit des Kaders, dass der serbisch-ungarische Spielmacher in der internen Torschützenliste mit einem Schnitt von 3,06 nur an vierter Stelle liegt. An der Spitze steht Linksaußen Armin Guss mit 5,92, wobei das vom HSC Coburg II zurückgekehrte Eigengewächs aber rund ein Drittel der Treffer durch Siebenmeter erzielt hat. Aus dem gebundenen Spiel ist Linkshänder Daniel Scheibengraber mit einem Schnitt von 4,69 Toren noch erfolgreicher.


Bayreuther Paul Saborowski schwer verletzt

Nur knapp dahinter auf Platz drei wird der aus Bayreuth stammende Paul Saborowski geführt mit 60 Treffern in 14 Spielen (4,29 im Schnitt). Der langjährige HaSpo-Kapitän, der sich beim Landshuter Drittliga-Gastspiel als viertbester Torjäger der gesamten Staffel Süd ausgezeichnet hatte (6,17 pro Partie), fällt allerdings längerfristig aus, nachdem er sich im Spitzenspiel zum Rückrundenstart bei der SG Regensburg gleich im ersten Angriff eine Fraktur im linken Wurfarm zugezogen hat. Trotzdem waren die Landshuter anschließend auf einem guten Weg zum zweiten Sieg gegen den Spitzenreiter, als sie nach 40 Minuten mit 23:18 führten, aber am Ende unterlagen sie doch mit 29:32. Als einziger Ex-Bayreuther wird HaSpo somit Tobias Gretsch gegenüberstehen, der beim Hinspiel noch verletzt war. Eine gewisse Schwächung des TG-Teams schien sich nach dem Ausfall von Saborowski abzuzeichnen, als danach der Pflichtsieg gegen den TSV Lohr nur mühsam mit 30:28 gelang, aber zuletzt fiel das Ergebnis beim TSV Haunstetten mit 34:23 wieder standesgemäß aus.

Für eine Außenseiterchance der Bayreuther spricht die Tatsache, dass sie zuletzt beim 26:25-Sieg in einem hochklassigen Duell mit dem Tabellenfünften HT München wieder einmal bewiesen haben, sich mit den Ansprüchen einer Aufgabe steigern zu können. Zudem gaben zwei spielfreie Wochenenden etwas Zeit zur Erholung für die im kleinen Kader besonders stark geforderten Spieler. Vielleicht kann sogar auch der lange verletzte Nico Brückner schon wieder etwas mehr beitragen als zuletzt nur die Siebenmeterwürfe.

Unterm Strich dürfte für die HaSpo-Aussichten wieder genau dasselbe gelten, was Trainer Bracher vor dem Hinspiel gesagt hat: „Viel wird davon abhängen, ob es unserer Abwehr gelingt, die Landshuter zu nerven und dadurch Gegenstöße zu ermöglichen. Oder aber wir scheitern auf der anderen Seite an der Landshuter Abwehr und kassieren selbst viele Kontertore. In jedem Fall muss es das Ziel sein, möglichst lange in Schlagdistanz zu bleiben.“