HaSpo Bayreuth hat das erste Spiel des neuen Jahres in der Handball-Regionalliga Bayern der Männer gewonnen. Damit ist über den 22:16 (13:8)-Sieg gegen den TSV Lohr aber auch schon fast alles Positive gesagt. Dass der Tabellenführer in einer Partie auf sehr schwachem Niveau ungefährdet blieb, hatte er nämlich zu einem großen Teil der Mithilfe des Gegners zu verdanken.
„Wir hatten unglaublich viele technische Fehler und Fehlwürfe“, bekannte der neue Lohrer Trainer Peter David nach seiner Premiere im Amt. „So kann man gegen einen derartigen Gegner nicht gewinnen – und mit 16 Toren eigentlich gegen niemanden.“ Auf der anderen Seite war auch HaSpo-Trainer Mathias Bracher weit entfernt davon, etwas schön zu reden: „Ich hatte mich schon vorher gefragt, wie wir wohl aus der Spielpause kommen würden. Viele gemeinsame Trainingseinheiten hatten wir ja nicht. Dabei war der Anfang gar nicht so schlecht, wir haben eben nur viel verworfen. Dadurch wurden die Jungs wohl immer unsicherer und haben in der zweiten Halbzeit sogar noch mehr Fehler gemacht als in der ersten.“ Laut Statistik habe HaSpo lediglich 13 Tore im normalen Spiel mit sechs gegen sechs erzielt: „Es war sicher kein Leckerbissen.“. Immerhin fand Co-Trainer Steffen Berghammer einen positiven Aspekt: „Es ist aber auch eine Qualität, sogar so ein Spiel noch mit sechs Toren zu gewinnen.“
Diese Qualität bewies hauptsächlich die Abwehr mit den gewohnt guten Torhütern Tizian Braun und Robin Hennig, obwohl mit dem erkrankten Maximilian Berthold ein Leistungsträger in diesem Mannschaftsteil fehlte. Allerdings lag es auch an vielen vermeidbaren Fehlern der Gäste, dass sie nicht mehr als zwölf Feldtore zustande brachten. Allein fünf davon erzielte Fabian Zehnter im rechten Rückraum. Auf allen anderen Positionen blieben die „Füchse“ aus Unterfranken harmlos.
So führte HaSpo vom 4:2 (11.) an durchgehend, ab dem 10:5 (23.) deutlich und beim 19:12 (43.) vorentscheidend, obwohl der eigene Angriff ebenfalls Probleme hatte. Der Aufbau im Rückraum wirkte überhastet und war oft zu ungenau, um gegen die robuste Lohrer Abwehr einen druckvollen Spielfluss zu entwickeln. Der lange verletzte Yannik Meyer-Siebert als mögliche ordnende Hand gehörte zwar wieder zum Aufgebot, kam aber noch nicht zum Einsatz. Vor allem jedoch war die Trefferquote gegen den starken Torwart-Routinier Tamas Szabo ausgesprochen schwach. Drei Siebenmeter blieben ebenso ungenutzt wie einige der Konterchancen, die sich aus der hohen Fehlerquote der Gäste ergaben.
In der noch niveauloseren zweiten Halbzeit, in der die ohnehin nicht in Bestbesetzung angetretenen Lohrer schon früh eine möglicherweise schwerwiegende Knieverletzung von Jannik Schmitt verkraften mussten (33.), wurden die HaSpo-Abschlüsse sogar noch haarsträubender. Da verfehlte schon mal ein Wurf auf das leere Tor das Ziel, ein Siebenmeter schlug mitten im Bauch des sichtlich überraschten Torhüters ein, und ein eigentlich sehenswerter Durchbruch in bester Position endete mit einem Wurf aus wenigen Metern neben das Tor. Auf das Ergebnis hatte das alles aber kaum einen Einfluss, weil die Füchse viele der geschenkten Bälle schnell wieder wegwarfen.
HaSpo Bayreuth: Braun, Hennig – Lorenz (4), Nicola (4), Fröhlich (2), Böker (1), Ruoff (5/4), Müller, Rodenkirchen, Meyer-Siebert, Wopperer (1), Goeritz (5), Schmidt.