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    Nur noch zwei Teams mit weißer Weste

    10.10.2017

    TSV Lohr stürzt den Tabellenführer Friedberg durch eine glänzende Abwehrleistung

    Nach dem vierten Spieltag gibt es nur noch zwei verlustpunktfreie Mannschaften an der Tabellenspitze in der Männer-Bayernliga. Der bisher wenig überzeugende TSV Lohr (6.) sorgte mit dem 21:18 (9:13)-Heimsieg gegen den ehemaligen Spitzenreiter TSV Friedberg (3.) nämlich dafür, dass aus dem bisherigen Trio mit weißer Weste ein Duo mit dem TV Erlangen-Bruck und Haspo Bayreuth wurde.

    Für viel Aufsehen sorgte dabei der neue Tabellenführer Erlangen-Bruck, der sein Heimspiel gegen den Aufsteiger und kommenden Gastgeber von Haspo Bayreuth, TSV Ottobeuren (Samstag, 20 Uhr), mit sage und schreibe 47:27 (24:13) für sich entscheiden konnte. Die Medizinstädter (Meyer 8/3 Tore, Mücke 6) brannten gegen den Aufsteiger (Schaupp, Novak je 5) über 60 Minuten ein wahres Offensivfeuerwerk ab und überrannten die Unterallgäuer damit förmlich. Die mit nur neun Feldspielern angetretenen Ottobeurer gestalteten die Partie lediglich bis zum 3:3 (6.) offen. Danach gelangen den Bruckern in den folgenden zehn Minuten nicht weniger als elf Treffer zur ersten deutlichen 14:8-Führung (16.).

    Dabei verteilte der Gastgeber die Tore bereits zu diesem frühen Zeitpunkt absolut gleichmäßig und hatte schon sieben verschiedene Torschütze vorzuweisen. Am Ende hatte sich jeder der zwölf Feldspieler in die Torschützenliste eingetragen, wobei Kreisläufer Mirko Scholten mit zwei Treffern schon das Schlusslicht dieser Liste war. Sieben Spieler erzielten jeweils mindestens drei Treffer, und mit dieser ungeheuren Ausgeglichenheit wusste die löchrige Ottobeurer Deckung dann überhaupt nichts mehr anzufangen. Schon beim 24:13-Pausenstand deutete sich ein spektakuläres Resultat an, aber als der TV auch im zweiten Durchgang nicht nachließ und über 30:17 (38.) schon in der 49. Minute die magische 40-Tore-Marke (40:23) durchbrach, war das Debakel schon perfekt. Der Rest war dann Erlanger Schaulaufen auf hohem Niveau.

    Hohes Niveau wies auch der TSV Lohr (Zeleny 8, Horky 5) nach. Weniger mit seiner Angriffsleistung, sondern vielmehr in der zweiten Halbzeit durch seine unglaubliche Vorstellung in der Deckung gegen den bisherigen Tabellenführer TSV Friedberg (Abstreiter 8). Bis zum Seitenwechsel schien die Partie nämlich den erwarteten Verlauf zu nehmen. Angetrieben von Rückraumlinks Fabian Abstreiter, der sechs seiner acht Treffer vor der Pause erzielte, führten die Augsburger Vorstädter über 6:2 (11.) bis zum 12:6 (23.) scheinbar sicher.

    Ein Lohrer Torwartwechsel (20.) von Stammtorhüter Tamas Szabo zu Neuzugang Sven Hartig (zuletzt TV Gelnhausen) zeigte aber sofort Wirkung. So meisterte Hartig gleich einen Siebenmeter von Haggenmüller, um im zweiten Durchgang sein Tor mit Hilfe des starken Innenblocks um Milan Kralik und Lukas Horky komplett dicht zu machen. Nur noch fünf Gegentreffer mussten die Unterfranken in den zweiten 30 Minuten hinnehmen und glichen beim 14:14 (44.) erstmals aus. Die erste Führung ließ dann noch bis zum 18:17 (53.) auf sich warten, aber das 20:17 (55.) hatte dann schon vorentscheidenden Charakter.

    Herbe Enttäuschung für Haspo-Gastgeberinnen

    Vor seinem Heimspiel in der Frauen-Bayernliga gegen Haspo Bayreuth am kommenden Samstag um 17.45 Uhr musste der TSV Ottobeuren (4.) beim HC Erlangen (Peschko 8/4, Peters 6) eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Gegen die extrem schnell umschaltenden Mittelfranken kam Ottobeuren (Bari-Nagy 12/5) kaum in eine geordnete Abwehraufstellung und lag beim 2:10 (11.) schon frühzeitig deprimierend im Hintertreffen. Dank der starken Regina Bari-Nagy kam der TSV zwar noch einmal auf 7:11 (17.) heran, lag zur Pause aber schon wieder mit 11:16 hinten. Als Erlangen dann über 20:15 (36.) auf 30:19 (49.) enteilte, war die Ottobeurer Gegenwehr endgültig gebrochen. berg


    Nordbayerischer Kurier vom Dienstag, 10. Oktober 2017, Seite 33