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    Seine besondere Liebe gehört dem Sport

    12.10.2015

    Gerhard Gollner feiert heute seinen 80. Geburtstag: Der Lehrer und Trainer war 30 Jahre im Stadtrat.

    80 Jahre jung zu sein, ist zuweilen heiterer und hoffnungsvoller als 40 Jahre alt zu sein. Dieser Spruch des amerikanischen Poeten O. W. Holmes ist das Motto der Geburtstagsfeier von Gerhard Gollner. Lehrer, Volleyballer, Handballer, Stadtrat, Förderer der Städtepartnerschaft mit Rudolstadt, Kämpfer gegen die Hochspannungsleitung über dem Hussengut – Gollner hat in seinem Leben schon manche Rolle gespielt. Am heutigen Montag darf er einfach nur Jubilar sein und sich auf Gratulanten freuen.

    Bei einem Empfang im evangelischen Gemeindehaus hinter der Kirche in St. Georgen will er heute mit Weggefährten und Freunden ein wenig feiern. Geschenke möchte er nicht: „Viel lieber wäre mir, wenn die Gäste spenden. Ich bin immer noch Mitglied des Sportkuratoriums und möchte die Handballjugend von Haspo unterstützen. Einen Teil der Spenden möchte ich auch der Künstlerkolonie Fichtelgebirge zukommen lassen.“ Zwischen 11 und 13 Uhr an diesem Montag erwarten Gerhard Gollner und seine Frau Christel die Gäste.

    Christel Gollner ist seit 1961 mit ihrem Gerhard verheiratet, hat zwei längst erwachsene Kinder mit ihm. Im Rückblick sagt sie: „Er war schon oft unterwegs.“ Denn seine Ehrenämter übte Gollner mit derselben Leidenschaft aus wie seinen Beruf als Lehrer: Von der Realschule I wechselte Gollner nach zehn Jahren an die Fachoberschule Bayreuth und gehörte über 20 Jahre lang dem Prüfungsausschuss der IHK an. Fast 40 Jahre lang unterrichtete er Wirtschaft, Sport und Erdkunde: „Ich hatte insgesamt neun Bürgermeister und einen Landrat unter meinen Schülern“, lächelt er. Auch aus vielen anderen Schülern „ist etwas geworden“, wie er formuliert.

    Dem Sport gehörte seine besondere Liebe: Weil er dem Handballtrainer Vlado Stenzel ähnlich sah, wurde Gollner scherzhaft „Vlado“ genannt. Handball und Volleyball waren Gollners bevorzugte Sportarten. In der Schule und bei der Bayreuther Turnerschaft fungierte er als Jugendtrainer, organisierte zahlreiche Turniere, brachte sogar eine Mannschaft zu den Olympischen Spielen nach München. Gollner begleitete nach dem Mauerbau die erste westdeutsche Sportdelegation aus Bayreuth zu einem Turnier in der DDR nach Rudolstadt.

    Von 1984 bis 2014 gehörte er für die Bayreuther Gemeinschaft dem Stadtrat an: „Ich wollte niemals Mitglied in einer Partei werden. Ich habe mich immer als Amateur gesehen.“ Die wichtigsten Ereignisse in seiner Stadtratskarriere? Der Bau der Dreifachturnhalle am Schulzentrum Ost, der (bislang vergebliche) Einsatz für einen Bahnhaltepunkt in der Königsallee und der Kampf gegen die Hochspannungsleitung über dem Hussengut, von der ein Mast in Gollners Garten steht.

    Der Jubilar ist zwar nicht mehr als Kommunalpolitiker aktiv, aber die Städtepartnerschaft mit Rudolstadt liegt ihm immer noch am Herzen: „In diesem Jahr war ich schon sechsmal drüben.“ Mit vielen Thüringern hat der aus Thierstein im Sechsämterland stammende Gollner in all den Jahren Freundschaft geschlossen. Besonders gefreut hat ihn, dass heuer mehr als 50 Bayreuther das Tanz- und Folk-Festival in Rudolstadt besucht haben. Zu seinem heutigen Geburtstagsempfang dürften aber deutlich mehr Besucher kommen.

    Norbert Heimbeck
    Nordbayerischer Kurier vom Montag, 12. Oktober