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    Harzen und putzen

    02.10.2015

    Was für eine Sauerei! So kommentierte ein Sportler den Anblick der Schulturnhalle-Ost nach dem Übungsabend der Handballer. Und dann wurden seine Augen groß: Denn sämtliche Sportler machten sich daran, die Halle zu putzen. Mit kleinen Schwämmchen. Auf allen Vieren. Fast eine Stunde lang. Was ist da los?

    Handballer verwenden harzige Haftmittel für ihre Bälle. Diese Haftmittel verursachen Dreck, die Hallen müssen aufwendig gereinigt werden. Die Verwendung dieser Haftmittel ist der Preis für hochklassiges Turnierspiel – insgesamt fünf Haspo-Mannschaften verwenden aufgrund der Höhe ihrer Spielklasse Haftmittel. Die Damen spielen in der dritten Liga, die Herren in der Bayernliga. Und werben damit für die Sportstadt Bayreuth.

    Umso mehr darf man erstaunt sein, dass bereits vor Baubeginn der neuen Dreifachsporthalle ein erfolgreicher Verein wie Haspo von der Nutzung eben dieser Halle ausgeschlossen werden soll. Sportamtsleiter Christian Möckel hat dies mehrfach bekräftigt.

    Natürlich kann man Verständnis haben für die Ansicht des Sportamtsleiters, dass Haspo zurückstecken muss. Schließlich dürfen die Handballer das Schulzentrum-Ost exklusiv nutzen. Natürlich kann man verstehen, dass Haspo-Vorsitzender Andreas Berghammer trotzdem Wünsche zu baulichen Verbesserungen hat, falls es bei der Verbannung bleibt. Das Mindeste wäre es, wenn die Stadt eine Unterstellmöglichkeit für eine Putzmaschine anböte. Christian Möckel macht es sich zu leicht, wenn er sagt, auch andere Vereine würden sich am Putzen der Sportstätten beteiligen. Er nennt EHC, Medi und die Spielvereinigung.

    Aber: Bei diesen Vereinen sind es die Fanclubs, die zum Besen greifen. Wer kann sich ernsthaft vorstellen, die hochbezahlten Basketball-Stars mit dem Schrubber in der Hand durch die Oberfrankenhalle rutschen zu sehen?

    Kommentar von Norbert Heimbeck
    Nordbayerischer Kurier vom Freitag, 2. Oktober 2015