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  • Frauen, 3. Liga: Liga, Modus, Team – alles neu?

    28.04.2015

    Die Haspo-Damen müssen sich auf Veränderungen vorbereiten: Achter-Staffeln mit Auf- und Abstiegsrunde geplant.

    Sechster Platz, positives Punktekonto: Die Bilanz von Haspo Bayreuth als Neuling in der 3. Bundesliga Ost der Frauen kann sich sehen lassen. Für den Ausblick auf das zweite Jahr auf Bundesebene sagt das allerdings nicht viel aus, denn für die kommende Saison zeichnen sich viele Veränderungen ab.

    Vor allem steht eine tiefgreifende Reform für den Austragungsmodus im Raum. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat eine Umgestaltung der bundesweiten 3. Liga beschlossen von bisher vier Staffeln mit jeweils 14 Mannschaften auf sechs Achtergruppen mit einer zweigeteilten Saison: Nach einer herkömmlichen Hin- und Rückrunde sollen die je vier Erstplatzierten von zwei benachbarten Staffeln ohne Mitnahme der Punkte eine Aufstiegsrunde austragen und die unteren Tabellenhälften in gleicher Weise gegen den Abstieg kämpfen. Die dafür nötige Reduzierung der Gesamtzahl an Drittligateams von 56 auf 48 wird erreicht durch die Aufstockung der 2. Bundesliga von 14 auf 16 Mannschaften und eine Relegation unter den Meistern der Landesverbände, die nur sechs statt zwölf Vereine in die 3. Liga aufsteigen lässt.

    Das Problem dabei: Längst nicht alle Vereine und Landesverbände sind mit dieser Regelung einverstanden. „Der LV Niedersachsen hat sogar formell eine Klage eingereicht, über die im Mai entschieden werden soll“, erklärt Haspo-Trainer Thomas Hankel die derzeitige Unsicherheit der Lage. Kritisiert werde vor allem eine mangelhafte Vermittlung der neuen Regelungen bei den Landesverbänden. „In der bayerischen Spielordnung heißt es wenigstens, dass der Meister ,in der Regel’ aufsteigt“, berichtet Hankel. „In Niedersachsen gibt es so einen Puffer aber gar nicht.“

    Folglich werden nun alle Qualifikationsspiele erst einmal unter Vorbehalt ausgetragen. Bayernliga-Meister SV Bergtheim trifft in Aufstiegsspielen auf den hessischen Titelträger, und innerhalb der 3. Liga gibt es Turniere der Tabellenzwölften und sogar der Tabellendreizehnten um eine Rangfolge für die Vergabe freier Plätze, die sich aus dem Rückzug von Vereinen ergeben könnten. „Welchen Wert diese Ergebnisse haben, ist offen, solange nicht über den Einspruch entschieden ist“, erklärt Hankel.

    Aus dem eigenen Blickwinkel verfolgt der Haspo-Trainer das Geschehen recht gelassen. Auf eine Entscheidung, die er bevorzugen würde, legt er sich aber doch fest: „Ich bin kein Freund von Auf- und Abstiegsrunden. Das hat nur Vorteile für die Bundesliga-Reserven. Die können sich in der ersten Saisonhälfte von den U-23-Spielerinnen aus dem Bundesligakader in die Aufstiegsrunde werfen lassen und dann dort ein Jugendteam einsetzen.“ Für die eigene Arbeit könne so ein Modus aber gerade in diesem Jahr auch hilfreich sein, weil sich die Besetzung des Haspo-Teams voraussichtlich stark verändert: „Wenn es für die Aufstiegsrunde nicht reicht, könnten wir noch mal bei null beginnen, wenn wir besser eingespielt sind.“

    Vor allem aber würde es Hankel freuen, wenn Haspo diesmal bei der Einteilung der Gruppen im Süden statt im Osten landen würde: „Da wäre dann auch mal ein bayerisches Derby dabei.“ Zudem sei in der abgelaufenen Saison das sportliche Niveau im Osten höher gewesen: „In der Süd-Gruppe gab es nicht so viele ehemalige oder gar aktuelle Nationalspielerinnen.“

    Von Eberhard Spaeth
    Nordbayerischer Kurier vom Dienstag, 28. April 2015