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    Martin Fiedler wechselt nach dieser Saison von HaSpo zum TV Neuhausen

    23.03.2007

    Ein Leistungsträger geht

    Einer der zuverlässigsten Leistungsträger wird HaSpo Bayreuth in der nächsten Saison fehlen: Martin Fiedler wechselt am Ende der laufenden Runde zum Regionalliga-Rivalen TV Neuhausen/Erms.

    „Der Wechsel bedeutet für mich in erster Linie beruflich einen Schritt vorwärts, weil mir der Ballungsraum Stuttgart mehr Möglichkeiten bietet“, erklärt der 28-Jährige, der seit dem Abschluss seines Sportökonomie-Studiums bekanntlich auch die HaSpo-Geschäftsstelle leitet. „Dass dieser Schritt durch Handball ermöglicht wird, ist eher ein angenehmer Nebeneffekt. Es ist mir ganz wichtig, zu betonen, dass ich nicht aus sportlichen Gründen hier weg gehe, sondern aus beruflichen Gründen dorthin.“

    Kontakt zum TV Neuhausen hat Fiedler schon seit seinem Praktikum vor einigen Jahren im benachbarten Metzingen, als er sich als Trainingsgast des damaligen Oberligisten fit hielt. Daher hat er auch klare Vorstellungen, was ihn dort unter der Regie des langjährigen Trainers Kurt Reusch erwartet: „Je weiter man in Baden-Württemberg nach Süden kommt, umso weniger wird das körperliche Spiel betont. Statt dessen tritt man dort körperlich überlegenen Gegnern mit einer anderen Spielkultur entgegen. Vor einer Lücke, durch man hier schon durchzubrechen versucht, hat man dort oft noch die Geduld für zwei zusätzliche Pässe, und dann ist die Lücke oft noch größer.“

    Umso mehr könnte also wohl ein 1,97 m großer Linkshänder wie Martin Fiedler bewegen, wenn er sich in so eine Spielweise einzufügen versteht. „Die werden schon sportliche Gründe dafür gehabt haben, sich für mich zu interessieren“, bekennt der gebürtige Weimarer, der vor zehn Jahren nach Bayreuth gekommen ist, auch wenn ihm solche Selbsteinschätzungen grundsätzlich nicht angenehm sind: „Ich denke zwar nicht, dass ich dort im nächsten Jahr gegen den Abstieg spielen werde, aber nur meinetwegen wird der Verein auch nicht zum Aufstiegsfavoriten. Am Ende ist nicht entscheidend, welche Spieler auf dem Platz stehen, sondern welche Mannschaft.“

    Aus dem selben Grund ist Fiedler zuversichtlich, dass HaSpo auch ohne den zuverlässigsten Torschützen der Saison (141 Treffer) konkurrenzfähig bleiben kann: „Für unersetzlich halte ich mich wirklich nicht. Dieses Jahr ist einfach sehr schlecht gelaufen mit dem unglücklichen Auftaktprogramm und jetzt mit dem Druck wegen des Erfolgszwangs, der uns oft blockiert. Ich bin sicher, dass wir von einem solideren Tabellenplatz aus viel mehr Punkte geholt hätten. Das Potenzial hat die Mannschaft ohne Zweifel.“

    Aus der Sicht des HaSpo-Vorsitzenden Andreas Berghammer ist das freilich schon fast zu viel Bescheidenheit: „So einen Spieler zu verlieren, trifft uns hart. Wenn er jedoch berufliche Perspektiven geboten bekommt, die er hier nicht sieht, dann ist das einfach nicht zu ändern.“

    Die Aussicht, einen Spieler dieser Qualität durch einen gezielt verpflichteten Neuzugang gleichwertig ersetzen zu können, sei unter Bayreuther Voraussetzungen gering: „Wir setzen weiter auf junge Leute, die ihren Wechsel nach Bayreuth mit dem Studium oder einer Ausbildung verbinden können.“

    von Eberhard Spaeth