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    Interview mit Bayernliga-Herren-Trainer Mathias Bracher

    09.01.2014

    „Ich spüre großes Vertrauen“ – Haspo Bayreuth-Coach Mathias Bracher weiß, dass sein Team gleich zum Rückrundenauftakt unter Siegzwang steht.

    Einen spannenden Abstiegskampf erwartet Haspo Bayreuth in der Herren-Bayernliga. Abgesehen vom abgeschlagenen Schlusslicht und nächstem Haspo-Gast TSV Winkelhaid kämpfen gleich sechs Mannschaften um den Klassenerhalt. Für die Bayreuther ist vor allem der Auftakt in die Rückrunde wichtig: Mit den Teams aus Winkelhaid, Ismaning (beide zu Hause) und Ottobeuren (auswärts) geht es gegen direkte Konkurrenten. Haspo-Trainer Mathias Bracher schätzt die Chancen auf den Klassenerhalt ein.

    Elfter Platz, vier Siege, ein Unentschieden, acht Niederlagen – wie zufrieden sind Sie mit der Hinrunde?

    Mathias Bracher: Prinzipiell bin ich nicht unzufrieden, vor allem was die Weiterentwicklung der Mannschaft angeht. Leider haben wir viele Punkte unnötig verschenkt. Trotzdem muss man sehen, wo die Mannschaft herkommt: Sie war letzte Saison quasi schon abgestiegen und ist jetzt absolut konkurrenzfähig, obwohl Spieler wie Moritz Kauffmann oder Michael Neumaier weggefallen sind. Von daher sehe ich einen deutlichen Fortschritt.

    Was war für Sie bislang das schönste Erlebnis in Bayreuth, welche Niederlage war richtig bitter?

    Bracher: Das eindeutig schönste Erlebnis war der Heimsieg gegen meinen Ex-Verein HC Erlangen. Nicht nur, weil es für mich persönlich natürlich großartig war, sondern auch, weil die Mannschaft eine absolute Topleistung abrufen konnte. Bitter war die Niederlage am letzten Spieltag der Hinrunde gegen die TG Landshut durch einen direkten Freiwurf nach der Schlusssirene. Ich denke, daran hatten wir alle lange zu knabbern.

    Drei Auswärtssiege sind nicht zu verachten. Aber nur drei Punkte aus den Heimspielen sind für den Klassenerhalt zu wenig. Warum tut sich Haspo daheim so schwer?

    Bracher: Vermutlich liegt es an unserem schwachen Nervenkostüm. Meistens haben wir unsere Gegner ja auch zu Hause eine Halbzeit lang an die Wand gespielt. Dann hatten wir immer wieder diese Einbrüche. Vielleicht können wir auswärts einfach gelassener und befreiter aufspielen.

    Nach den ersten 13 Haspo-Spielen: Wurden Ihre Erwartungen bisher erfüllt? Inwiefern unterscheidet sich Bayreuth von Erlangen?

    Bracher: Ich wusste ja nicht, was mich in Bayreuth erwartet, deshalb hatte ich auch keine allzu großen Erwartungen. Natürlich war mir klar, dass es vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg gehen würde. Der größte Unterschied zu Erlangen ist wahrscheinlich, dass in Erlangen schon Profibedingungen herrschen, während in Bayreuth Beruf, Studium und Schule vorgehen. Das ist in Ordnung, nur leidet dadurch auch oft das Trainingsniveau.

    Die ersten drei Begegnungen der Rückrunde gegen Winkelhaid, Ottobeuren und Ismaning haben gleich richtungsweisenden Charakter. Sind drei Siege Pflicht?

    Bracher: Nein, sicherlich nicht. Besonders in Ottobeuren ist es ganz schwer zu gewinnen. Natürlich könnten wir mit drei Erfolgserlebnissen ruhiger arbeiten. Ich denke, in diesen Spielen kommt es vor allem darauf an, welche Mannschaft besser aus der Winterpause kommt.

    Haspo hat den Ruf, dass Trainer auch in sportlich schwierigen Situationen in Ruhe arbeiten können. Wie würden Sie Ihr Verhältnis zur Vereinsspitze beschreiben?

    Bracher: Die Trainerarbeit hier ist schon sehr angenehm, da von der Vereinsspitze nie Druck ausgeübt wird. Im Gegenteil, nach so unnötigen Niederlagen wie gegen Landshut wurde ich von unserem Vorsitzenden Andreas Berghammer sogar aufgebaut. Das war schon etwas Besonderes. In anderen Vereinen wirst du nach so einem Spiel niedergemacht. Toll ist auch, dass der Verein seine Situation jederzeit realistisch einschätzt und somit keine unnötige Unruhe aufkommt. Obwohl ich kein Bayreuther bin, spüre ich großes Vertrauen.

    Abschließend eine Frage zum Personal. Michael Neumaier wird zurückkehren. Er hat allerdings nun seit fast einem Jahr verletzungs- und studienbedingt gefehlt. Kann er sofort eine Verstärkung sein?

    Bracher: Ich denke, das muss man ganz gelassen sehen. Sicherlich wird Michael nach einer so langen Pause nicht von heute auf morgen wieder voll durchstarten können. Trotzdem freuen wir uns über seine Rückkehr, weil er einfach auch für zusätzliches Selbstvertrauen sorgen kann. Wenn wir ihm genügend Zeit geben, wird er sicher auch eine große Verstärkung für uns werden.

    Das Gespräch führte Steffen Berghammer.
    Nordbayerischer Kurier vom Donnerstag, 9. Januar 2014