• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • x-bay war bei der mB

    23.10.2013

    Kleine Tore, große Jungs.

    Yannik kommt aus einer handballbegeisterten Familie – Berufung in die Bayernauswahl als Highlight.

    Wie war das noch 2007? Die deutsche Nationalmannschaft erlebt ihr persönliches Wintermärchen und wird Weltmeister im eigenen Land. 2007? Wintermärchen? Das Sommermärchen fand doch 2006 statt. Die Rede ist hier aber nicht vom Fußball, sondern vom Handball. Auch in Bayreuth ist diese Sportart sehr beliebt. x-bay hat für euch das Training der männlichen B-Jugend der Haspo Bayreuth besucht und stellt Euch Yannik Meyer-Siebert vor.

    Bereits mit fünf Jahren begann Yannik Handball zu spielen. „Ich stamme aus einer handballverrückten Familie. Deshalb hat mich mein Vater schon sehr früh an diesen Sport herangeführt“, sagt er. Inzwischen ist Yannik 15 Jahre alt und besucht das Gymnasium-Christian-Ernestinum. Die Schule erfordert zwar eine Menge Arbeit, dennoch widmet Yannik einen Großteil seiner Freizeit dem Handball. „Ich bin regelmäßig bei den Spielen der ersten Mannschaft“, sagt er. Im Profibereich verfolgt er die Spiele des THW Kiel und der MT Melsungen. In Melsungen spielen die Bayreuther Zwillinge Michael und Philipp Müller. Auswirkungen auf Yanniks schulische Leistungen hat das alles aber nicht. „Da ist alles im grünen Bereich“, sagt er. Auch seine Mitspieler beschreiben ihn als guten Schüler. In die Mannschaft ist Yannik gut eingebunden. Er beschreibt sich zwar als eher ruhigen Typ, aber er macht auch den Mund auf und motiviert seine Mitspieler, wenn die Situation es erfordert. Für seine Position ist das auch sehr wichtig. Yannik spielt auf der Mittelposition im Rückraum. Diese Position ist vergleichbar mit einem Point Guard beim Basketball. Yannik muss Spielzüge ansagen, den Ball verteilen und dabei auch immer selbst Torgefahr ausstrahlen. Eine gute Übersicht und Spielverständnis sind dafür essenziell. Im Handball muss man Entscheidungen oft in Bruchteilen von Sekunden treffen.

    Mit seinen Mannschaften konnte Yannik schon einige größere Erfolge feiern. Er wurde in der D-Jugend, als er elf beziehungsweise zwölf Jahre alt war, zweimal oberfränkischer Meister. In der C-Jugend, mit 14 Jahren, wurde er Dritter in der Bayernliga. Persönlich sticht vor allem die Nominierung für den bayerischen Jugendkader heraus. „Das war aber leider nur eine einmalige Sache“, sagt Yannik. Sein Ziel für diese Saison, die er mit der B-Jugend wieder in der Bayernliga bestreitet, ist schon klar. „Natürlich möchte man sich nicht verletzen. Für die Mannschaft ist das Ziel ganz eindeutig die Meisterschaft“, sagt Yannik. Die ersten Ergebnisse seiner Mannschaft zeigen, dass diese Aussage keinesfalls überheblich ist, sondern von gesundem Selbstbewusstsein zeugt. Die ersten drei Saisonspiele wurden alle gewonnen. Im Moment befindet sich die Mannschaft nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz auf dem dritten Platz.

    Das liegt unter anderem auch an einem gezielten Kraft- und Konditionstraining. „Wir arbeiten nun schon seit mehr als einem Jahr mit ganz bestimmten Übungen an der Kraft und der Ausdauer unserer Spieler“, sagt Andreas Berghammer, Trainer der B-Jugend. Bei einem Trainingsbesuch kann man das auch gut erkennen. In der ersten halben Stunde halten sich die beiden Trainer zurück und Jochen Sabrowski hat das Wort. Er ist Leiter der Sporttherapie am Klinikum Hohe Warte und außerdem Vater eines Mitspielers von Yannik. Die Konditionsübung besteht aus 30 Spurts über 30 Sekunden. „Wichtig ist, dass die Jungs nach jedem Wendemanöver am Ende der Halle das Tempo kurz steigern“, so Sabrowski. Dieser Bewegungsablauf ist einer der wichtigsten im Handball. Der Erfolg ist nicht zu übersehen. „Wir waren in den letzten Spielen unseren Gegnern zwar nicht körperlich, aber konditionell weit überlegen“, so Berghammer.

    Der Rest des Trainings ist dann vor allem den Torhütern gewidmet. Nach einer kurzen Ansprache und der oben erwähnten Konditionsübung sollen die Torhüter warmgeworfen werden. Trainer Marc Brückner versucht zunächst, die Spieler auf die beiden halben Rückraumpositionen aufzuteilen und werfen zu lassen. Das bringt allerdings nicht das gewünschte Ergebnis. „Wir müssen die Übung vereinfachen, die Spieler sind zu schlapp“, sagt Berghammer. Das könnte etwas mit dem Anfang des Trainings zu tun haben. Nachdem die Torhüter dann aufgewärmt sind, beginnt das Wurftraining. Die Spieler sollen erst aus dem Rückraum und dann von den Außenpositionen auf das Tor werfen. In den Pausen zwischen den Würfen steht Yannik mit seinen Mitspielern zusammen. Sie wollen ein paar ausgefallenere Trickwürfe ausprobieren. Die Trockenübungen dafür sehen auch nicht schlecht aus, doch es finden letztendlich nicht alle Bälle den Weg ins Tor.

    Die Stimmung in der Mannschaft ist allgemein locker, aber Yannik und seine Mitspieler sind trotzdem mit dem nötigen Ernst bei der Sache. Die nächsten Erfolge werden wohl nicht lange auf sich warten lassen.

    Von Jonas Heckel
    Nordbayerischer Kurier vom Mittwoch, 23. Oktober 2013