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  • Überraschung perfekt: Langjähriger Bundesliga-Profi Jörn Ilper verstärkt HaSpo

    13.09.2006

    Die Überraschung ist nun perfekt: Jörn Ilper, langjähriger Bundesliga-Profi in Dormagen und Gummersbach und zuletzt für den Schweizer Nationalligisten SG Zentralschweiz/Stans am Ball, wird in Kürze für HaSpo Bayreuth spielen. Darüber erzielten heute beide Seiten Einigkeit.
    „Ich freue mich darauf, in dieser Mannschaft spielen zu können und hoffe, ihr positive Impulse zu geben“, meinte der 31jährige gebürtige Hamburger, um den sich auch ein Liga-Konkurrent bemüht hatte. „Wir setzen alles daran, dass Jörn vielleicht sogar schon am kommenden Samstag bei unserem ersten Saisonheimspiel gegen Bad Neustadt spielen kann“, unterstrich HaSpo-Vorstand Andreas Berghammer, der die Verpflichtung Ilpers als „überraschenden Glücksfall“ bezeichnete. Entsprechende Formalitäten mit dem Deutschen Handball-Bund (DHB) und dem Schweizer Verband seien bereits eingeleitet worden.
    Ilpers Verpflichtung bedeute keine Abkehr von dem bisherigen HaSpo-Konzept, verstärkt auch Jugendlichen eine Chance zu geben. „Das haben wir mit den Verpflichtungen von Michael Luderschmid und Robert Herling wieder hinreichend belegt. Einen Bundesliga-Profi mit dieser Klasse und diesem Erfahrungsschatz in seine Reihen zu bekommen, darf man sich in dieser Region nicht entgehen lassen.“ Er hoffe auch, dass die Fans und Zuschauer dieses ebenso honorierten „wie auch potenzielle Sponsoren“.
    Ilper selbst, der seine Profi-Karriere 1992 bei dem TSV Bayer 04 Dormagen begonnen hatte und anschließend als Kreisläufer und konsequenter Abwehrspieler beim deutschen Spitzenteam VfL Gummersbach nach dem Koreaner Yoon zum dienstältesten Spieler mit über 300 Bundesliga-Einsätzen wurde und dabei über 350 Tore warf, sieht in seinem Engagement bei HaSpo einen glücklichen Zufall nach einer bitteren Erfahrung.
    Denn sein letzter Verein, der Schweizer Erstligist und Champion-League-Teilnehmer SG Zentralschweiz/Stans war Ende Juli insolvent gegangen und hatte den Spielbetrieb einstellen müssen. Da sich ein Angebot aus Spanien zerschlug und die Personalplanungen der Bundesligisten im August bereits abgeschlossen waren, beschloss Ilper, zu seinen Eltern nach Auerbach zu gehen, seine berufliche Zukunft außerhalb des Handballs voranzutreiben und sich beim Landesligisten ASV Auerbach, der vom ehemaligen HaSpo-Trainer Michael „Joschi“ Graß trainiert wird, fit zu halten.
    Um sich allerdings ein weiteres Engagement im Bundesliga-Handball nicht zu verbauen und zumindest in der dritthöchsten Liga weiter Handball spielen zu können, wurden die Verbindungen zu HaSpo und einem weiteren fränkischen Regionalligisten geknüpft. „Bei HaSpo habe ich mich sofort wohl gefühlt“, zeigt sich Ilper zufrieden. Die Mannschaft sei sympathisch, habe ihn sofort gut aufgenommen und er habe das Gefühl gehabt, dem Team auch etwas an Erfahrungen aus seiner langjährigen Profi-Karriere vermitteln zu können. „Schön wäre, wenn das zu einem Niveausprung in der Mannschaft führen würde“, erhofft sich der Neuzugang.
    Dazu sei gekommen, dass HaSpo-Trainer Andreas Tam kein Unbekannter für ihn gewesen sei, denn „wir haben in der Bundesliga gegeneinander gespielt, als er in Rheinhausen und Düsseldorf war und ich in Dormagen.“
    Über das Niveau in der Regionalliga Süd könne er nichts sagen, bekennt Ilper, er habe aber in der vergangenen Saison in Konstanz das Spitzenspiel des Teams vom Bodensee gegen Coburg gesehen und sei beeindruckt von der Atmosphäre und dem guten spielerischen Niveau gewesen.
    Auch Haspo-Trainer Andreas Tam sieht in der Verpflichtung Ilpers nach den hochkarätigen Abgängen einen „Glücksfall für uns“. Charakterlich passe er hervorragend in die Mannschaft, und der gesamte Verein wird von seiner Aura profitieren. „Jörn hat in der 1. Bundesliga auf hohem Niveau national wie international gespielt. Schon in den ersten Trainingseinheiten hat man seine individuelle Klasse gesehen, er kann ein Spiel lesen, ist sehr abwehrstark und auf allen zentralen Abwehrpositionen variabel einsetzbar. Unser Defensivverhalten wird definitiv davon profitieren, individuell steht er wie ein Bollwerk. Wir werden auch seine Führungsqualitäten und Verlässlichkeit in der gesamten Defensive spüren“, prophezeit Tam.
    Auch werde seine Präsenz auf dem Feld der Mannschaft in spielentscheidenden Situationen helfen, die Ruhe zu bewahren und „die jüngeren Spieler haben jemanden, an den sie sich anlehnen und auf den sie sich verlassen können, genau dann, wenn es eng wird. Und nicht zuletzt haben wir eine Alternative mehr, die uns gerade im Auftaktspiel noch gefehlt hat.“
    Außerdem werde die Trainingsarbeit durch Jörn Ilper effizienter. Tam: „Zum einen wird er seine Teamkameraden mehr fordern, zum anderen können sie sich aber auch noch den einen oder anderen Kniff von ihm abschauen. Da er uns in der Vorbereitung noch nicht zur Verfügung stehen konnte, müssen wir nun intensiv arbeiten, um ihn schnell ins Team zu integrieren.
    Für HaSpo-Vorstand Berghammer ist auch Ilpers Bereitschaft erfreulich, für die Jugendarbeit HaSpos zur Verfügung zu stehen. „Auch da haben wir großes Glück mit ihm, denn wir sind gerade dabei, unsere Jugendarbeit zu intensivieren. Jörn wird nicht nur ein echtes Vorbild sein für unsere jungen Leute, sondern kann ihnen auch viel aus seinem immensen Erfahrungsschatz vermitteln.“