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    Nachlese zu den Jugendländerspielen

    07.12.2006

    Vor gut zwei Wochen war die Oberfrankenhalle Schauplatz von Spitzenhandball international renommierter Jugendmannschaften. Dabei traf der bundesdeutsche Nachwuchs im männlichen Bereich auf die Auswahl Tschechiens und der weibliche Jahrgang verglich sich mit Norwegen. Organisator HaSpo Bayreuth erhielt von allen beteiligten Seiten viel Lob und in der lokalen Presse war Folgendes zu lesen:


    Wieder Rekord-Atmosphäre

    1900 Zuschauer sahen 35:26 der männlichen und 22:24 der weiblichen DHB-Auswahl

    Drei Jahre, nachdem die Oberfrankenhalle mit 2300 Zuschauern bei einem Damen-Länderspiel für Furore gesorgt hatte, bot sie nun auch eine rekordverdächtige Kulisse für Jugend-Länderspiele.
    1900 Zuschauer waren dabei, als die deutsche Nationalmannschaft der weiblichen A-Jugend mit 22.24 (12:13) gegen Norwegen unterlag und anschließend ihre männlichen Alterskollegen gegen die Auswahl der Tschechischen Republik mit 35:26 (16:10) gewannen Das war toll und hat Spaß gemacht, freute sich der für die männliche Jugend verantwortliche Trainer Klaus-Dieter Petersen. Von meinen Jungs haben vielleicht einer oder zwei so etwas schon einmal erlebt, aber von den Mädchen wahrscheinlich noch niemand. Das bestätigte auch der als Mädchen-Trainer für den DHB tätige bayerische Landestrainer Christoph Kolodzij: In Frankreich hatten wir kürzlich 1300 Zuschauer; und das war schon Rekord.

    Festival der Linkshänder

    Aus sportlicher Sicht hatte Peterson deutlich mehr Grund zur Zufriedenheit. Seine neu formierte Mannschaft benötigte zwar etwas Anlaufzeit und geriet durch vier Gegentore in Folge sogar mit 7:10 in Rückstand (19.), aber dann sorgten zehn begeisternde Minuten mit einer 9:0 – Serie noch vor der Pause für einen vorentscheidenden Vorsprung. Nicht weniger als sieben dieser Treffer erzielte allein Jens Schöngarth im rechten Rückraum, und einen achten bereitete er auch noch mit einem Anspiel für Max Weiß am Kreis vor.
    Überhaupt entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem Festival der Linkshänder. Während der 2,02-m-Riese vom Regionalligisten SG Köndringen/Teningen am Ende zwölf Tore auf dem Konto hatte, kam der meist in der Rückraummitte eingesetzte Patrick Groetzki (SG Pforzheim, künftig SG Kronau/Östringen) ebenfalls mit der linken Hand auf 10/3 Treffer. Obwohl auch der bundesligaerfahrene Florian von Gruchalla (HSV Düsseldorf), der erst fünf Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, ein Linkshänder ist, wollte Peterson aber nicht von einer Rechtslastigkeit seines Angriffs sprechen: Wir haben schon auch noch ein paar Alternativen unter den Rechtshändern. Kurioserweise dominierte übrigens auch bei Tschechien ein Linkshänder. Der enorm treffsichere Rechtsaußen Zdenek Cadra ragte mit zwölf Treffern heraus.
    Zuvor hatte das Mädchenspiel zwar nicht alle Erwartungen an Technik und Tempo erfüllt, aber dafür bot es viel Spannung. Nachdem die Norwegerinnen ihr scheinbar unverzichtbares Konterspiel in Schwung gebracht und damit eine Wende vom 3:7 (16.) zum 9:8 (24.) geschafft hatten, gelang keiner Mannschaft mehr ein Vorsprung von mehr als zwei Toren. Die Gäste hatten zwar meist knapp die Nase vorn, aber die Entscheidung fiel erst in der letzten Minute. 58 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 22:23 scheiterte die bundesligaerfahrene Marlene Zapf (TSG Ketsch) mit einem Siebenmeter an der überragenden Torhüterin Silje Solberg, und 30 Sekunden später erzielte auf der Gegenseite Nora Moerk mit einer starken Aktion in der Rückraummitte das entscheidende Tor. Zapf (9/3) und N. Moerk (6) waren auch die erfolgreichsten Torschützen ihrer Teams; und natürlich sind beide Linkshänderinnen.
    Ebenso wie die rechte Angriffsseite überzeugten in allen Teams gleichermaßen auch die Torhüter. Einzige Ausnahme war vielleicht der zweite Schlussmann der Tschechen.