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    Norwegischer Powerhandball pur in Marktleugast

    22.11.2006

    Norwegischen Powerhandball pur erlebten die rund 300 Zuschauer am Dienstag in Marktleugast! Die jungen Norwegerinnen (15 und 16 Jahre alt) schienen bei ihrem Trainingsspiel gegen den Tabellenführer der Ostgruppe der Reginalliga Süd, 1. FC Nürnberg II, gar keine zweite oder dritte Welle zu kennen, sondern spielen immer nur im Höchsttempo nach vorne.
    Vor den Augen der deutschen Trainerin Maike Balthasar (Oldenburg) praktizierten die Gäste eine äußerst bewegliche 4-2-Abwehr. Die beiden vorgezogenen Spielerinnen rückten dabei sehr weit nach vorne und versuchen schulmäßig die Ballwege im Rückraum zuzustellen, ließen sich jedoch auch schnell wieder situationsbedingt zurückfallen, wenn ein Durchbruch der Nürnbergerinnen drohte. Die nutzten jedoch geschickt die Lücken in der Abwehr bei 1-1-Situationen und führten besonders durch die treffsichere Slowakin Petra Popluharova zur Halbzeit mit 16:14.
    Die etwas löchrige Abwehr und schwache Torhüterleistungen bis zur Endphase, als Guro Rundbraten (Vikersund IF) eine bessere Leistung zeigte als ihre beiden Vorgängerinnen, waren neben manchen überhasteten Abschlüssen deutliche Schwachpunkte der Norwegerinnen.
    Barbara Smajevic, die deutsche Delegationsleiterin meinte dazu, das sei das typische norwegische Spiel: Eher 80 Angriffe laufen und mehrere Chancen durch schnelle Würfe vergeben, als 50 - 60 Angriffe mit länger vorbereiteten Aktionen.
    Eine Augenweide war die erst 15-jährige Nora Moerk auf Rechtsaußen. Mit ernormenen technischen Fertigkeiten augestattet düpierte sie ihre Gegenspielerin ein um das andere Mal und schloß variantenreich und treffsicher ab. Beispiele aus dem Handball-Lehrbuch bot auch die relativ kleine Rückraumspielrin Thea Bjerkestrand Boe (Flint IL), die mehrfach aus der Bewegung heraus mit einem enormen Armzug einen Schlagwurf aus 10 m ansetzte. Sie scheiterte zwar einige Male an der erstklassigen Nürnberger Tohüterin Sabine Karl, aber die Ausführung des Wurfes war schon sehenswert.
    Das Ergebnis war bei der Begnung dann eher zweirangig. Erst in der 55. Minute konnten die Norwegerinnen, die teilweise mit bis zu fünf Toren zurücklagen, durch die taktische Maßnahme von Trainer Leif Gautstad, die gefährlichste Nürnbergerin in Sonderbewachung zu nehmen, zum 28:28 erstmals ausgleichen. Beide Teams hatten danach die Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden, doch am Schluß trennte man sich in der ansehnlichen Marktleugaster Dreifachhalle mit einem leistungsgerechten Unentschieden 30:30.