• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • Appel der IG Handball Bayernliga Männer: Lockerung des Haftmittelverbots auch auf Bezirksspielbetrieb ausweiten!

    11.05.2010

    Den dringenden Appell, die Lockerung des Haftmittelverbotes für die kommende Saison auch auf den Spielbetrieb in den Bezirken auszuweiten, hat jetzt die Interessengemeinschaft Handball-Bayernliga Männer (IG-HBM) an das Präsidium des Bayerischen Handballverbandes (BHV) und die acht Bezirksvorsitzenden gerichtet. Nur so mache der an sich mutige Schritt des Verbandes Sinn und bleibe nicht in unpraktikabler Halbherzigkeit als „Beschluss mit angezogener Handbremse“ stecken, sagte IG-Sprecher Jürgen Abel (HaSpo Bayreuth).
    Der Erweiterte Vorstand des BHV hatte in seiner April-Sitzung das bislang bestehende strikte Haftmittelverbot gelockert und ab dem kommenden Spieljahr den Gebrauch von Haftmitteln in den Bayern- und Landesligen der Erwachsenen und der Jugend für den Fall erlaubt, dass der Halleneigner dem ausdrücklich schriftlich zustimmt. Das strikte Haftmittelverbot für den Spielbetrieb in den Bezirken sollte jedoch bestehen bleiben. Den Sinneswandel hatte der Handball-Verband vor allem damit begründet, dass sich die Reinungsmöglichkeiten beim Einsatz moderner Haftmittel deutlich verbessert hätten, junge Talente in der technischen Ausbildung besser gefördert würden und das Spiel beim Gebrauch von Haftmitteln insgesamt attraktiver werde.
    Die Ausweitung auch auf den Bezirksspielbetrieb sei vor allem in Hinsicht auf die Ausbildung der Talente dringend geboten, argumentiert die IG. Ein Verein, der versuche, junge Spieler aus den zweiten Mannschaften, die in der Regel in einem Bezirk spielt, an das jeweilige Bayern- oder Landesliga-Team durch Training und Spielpraxis heranzuführen, steht vor der kuriosen und unhaltbaren Situation, dass diese Spieler bei Training und Spielbetrieb für und im Bezirk kein Haftmittel benutzen dürfen, bei Training und Spiel für das Bayern-/Landesliga-Team jedoch sehr wohl. „Das wird in der Vereinspraxis nicht durchzuhalten und den Teams, die weiter ohne Haftmittel spielen müssen, nicht vermittelbar sein“ befürchtet Abel.
    Der Verabnd gehe zudem offensichtlich davon aus, das seine jugendlichen Talente alle mehr oder weniger in einer Bayern- oder Landesliga-Jugendmannschaft spielen. Dies sei allerdings ein Irrglaube, denn viele Auswahlspieler gehören aus vielerlei Gründen Vereinen an, die nur auf Bezirksebene spielten. Es würde so die kuriose Situation geben, dass ein Talent in seinem Bezirks-Teamnicht mit Haftmitteln spielen dürfe, die weniger talentierten in einer Bayern- oder Landesliga-Mannschaft dürften sich dieses Hilfsmittels jedoch bedienen.
    Doch die Schizophrenie gehe noch weiter, kritisiert die IG: Das oben genannte Talent dürfe beim monatlichen bzw. beim angestrebten 14-tägigen Stützpunkttraining in Bezirk oder auf Landesebene Haftmittel benutzen, komme es zu seinem Verein zurück, müsse es wieder ohne gehen.
    „Wir hoffen, dass unser Landesverband Einsicht zeigt und auf der Grundlage dieser Argumente seinen Modifikationsbeschluss auch auf den Bezirksspielbetrieb ausweitet,“ sagte Abel und kündigte für diesen Fall die vorbehaltlose Unterstützung der IG an.
    Wenn sich zeigen sollte, dass die Mehrheit der bayerischen Vereine von den Halleneignern grünes Licht für den Haftmittelgebrauch bekomme, werde die Gegenargumentation für die anderen Halleneigner schwieriger. Schließe man jedoch den Großteil der Vereine aus, beschränke man deutlich seine Möglichkeit, zu einem überwiegenden Gebrauch von Haftmitteln zu bekommen, gab der IG-Sprecher zu bedenken.
    Die IG hatte sich im März gebildet, um gemeinsame Probleme und Fragestellungen der Handball-Bayernliga der Männer zu besprechen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die dem BHV einschließlich der Bezirksvorsitzenden zur Meinungsbildung und möglichen Umsetzung zur Kenntnis gegeben werden sollen. Sie sieht sich als Katalysator für die Kommunikation zwischen den Vereinen und dem Verband. Ihr gehören derzeit neun der derzeit 15 Vereine der Männer-Bayernliga an: HaSpo Bayreuth, DJK Waldbüttelbrunn, TSV 1846 Lohr, TuS Fürstenfeldbruck, SV 08 Auerbach, TB 03 Roding, TSV 2000 Rothenburg, TSV Rödelsee, TSV Ottobeuren. Weitere Vereine haben bei bisher zwei Treffen in Winkelhaid und Rothenburg Interesse an der Teilnahme an der IG angemeldet, diesen Schritt aber noch nicht vollzogen. Derzeitige Sprecher der IG sind für den Südbereich der Trainer des TSV Ottobeuren, Thomas Lang, und für den nördlichen Bereich HaSpo Bayreuth-Vorstandsmitglied Jürgen Abel.