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    Offener Brief zum Qualifikationsmodus der weiblichen C-Jugend

    07.04.2008

    HaSpo Bayreuth • Äußere Badstraße 7 • 95448 Bayreuth
    Jürgen Abel – Leiter Jugendspielbetrieb

    An die
    BHV-Vizepräsidenten
    Georg Clarke
    Peter Kastenmeier
    Dr. Markus Sikora

    Offener Brief zum Qualifikationsmodus der weiblichen C-Jugend

    Lieber Markus, lieber Georg und lieber Peter Kastenmeier!
    Gerade mit unserer weiblichen C I-Jugend von einem gut besetzten Osterturnier im niederländischen Arnheim zurückgekommen traute ich beim Studium der jüngst in ISS3 veröffentlichten Qualifikationsturniere zu Bayern- und Landesligen der Jugend und der betreffenden Spielmodi meinen Augen nicht: Keine Landesliga bei der weiblichen C-Jugend vorgesehen? Unglaublich!! Was ist bloß in Spiel- und Jugendausschuss vorgegangen, Landesligen im Bereich der wC-Jugend nicht vorzusehen? Sieht so Leistungsförderung beim BHV aus? Ich bin jedenfalls tief enttäuscht und frage mich, ob man denn nicht bei unserem Landesverband aus den Erfahrungen vor und während dieser ablaufenden Saison zu lernen vermag.
    Warum haben wir eigentlich nach dem bereits im vergangenen Jahr total verkorksten Quali-Modus alle Anstrengungen unternommen, über den bezirksübergreifenden Spielbetrieb eine quasi Landesliga Nord mit einfacher Runde hinzubekommen? Hat man denn aus den Erkenntnissen keine Schlüsse gezogen?
    Und die Erkenntnisse lauten doch: Es werden mit in einfacher Vorrunde aus den BOLs- qualifizierten Teams der Bezirke Ober- und Unterfranken sowie Ostbayern spannende Spiele auf Augenhöhe mit einem sehr guten Niveau geboten, das mit dem etlicher Bayernliga-Teams mithalten kann. Als einer, der noch zweimal die Woche und zu den Spielen unser Teams in der Halle ist und etliche Bayernliga-Spiele der wC im Norden angeschaut hat, erlaube ich mir dieses Urteil.
    Jeder kann jeden schlagen und die Trainer und Betreuer dieser Mannschaften werden gewiss bestätigen, dass diese LL Nord der wC ein Gewinn für die Teams ist und dazu führt, die Mannschaften im technischen, taktischen und motorischen Bereich zu verbessern und auch individuell Spielerinnen weiter zu schulen. Also doch nichts daraus gelernt? Oder soll ich vielleicht formulieren, dass die Funktionäre zu weit von der Spielpraxis sind und in sofern wenig Ahnung von dem haben, was in den Hallen und in der Spielpraxis vorgeht?
    Ich will noch einmal rekapitulieren: Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres wurden die 13 im Norden zur LL- und BL-Quali gemeldeten Teams zu einer Bayernliga-Quali zusammengefasst. Fünf Mannschaften blieben auf der Strecke, und ich habe damals bereits die Auffassung vertreten, in einer dreifach-Runde hätte man daraus eine LL Nord bilden können. Doch es wurde entgegnet, das hätte man vor der Festlegung und Veröffentlichung der Quali-Turniere festlegen müssen. Dazu bemerke ich nur, Formalismus schlägt Phantasie! Es waren doch genau diese 13 Teams, die entweder Bayern- oder Landesliga spielen wollten! Zum Glück hat sich mit Hilfe problembewusster Bezirke der oben beschriebene Weg zu der quasi Landesliga Nord finden lassen.
    Ich war eigentlich der festen Überzeugung, dass dieses Exempel genug Wirkung gezeigt hat, um nun Jugend-Landesligen im Bereich der weiblichen C-Jugend fest vorzusehen, wenn genügend Meldungen vorliegen. Und das ist der Fall!!
    Nach den Angaben im Netz bewerben sich im Süden zwölf und im Norden 15 Mannschaften um Plätze in Bayern- oder Landesligen. Vorgesehen ist aber nur eine Bayernliga-Quali, nach der im Süden vier und im Norden sieben Teams auf der Strecke bleiben und in die Bezirksoberligen zurück müssen. Dann sind also wieder „leistungsfördernde“ Ergebnisse wie 30:4 oder ähnliche angesagt, bleibt vielen Teams die Leistungsförderung durch starke Gegner versagt. Will das der BHV? Hat man sich das gut überlegt? Ist das – überspitzt gesagt - die Jugendförderung, die im Endeffekt dazu führt, dass wieder einmal bayerische Mannschaften bei den weiterführenden Meisterschaften auf Regional- und dann Bundesebene früh auf der Strecke bleiben?
    Dabei wäre mit ein wenig Mut und Phantasie im Süden wie im Norden eine LL möglich. Im Süden etwa könnte man mit den vier Teams eine normale Doppelrunde mit sechs Spielen bis zu Saisonhälfte vorsehen und danach eine einfache Runde mit den vier Tabellenführern der Bezirksoberligen – und wenn die nicht wollen, fragt man die Zweiten – anschließen. Das wären für jedes Team nochmals sieben Begegnungen.
    Und im Norden könnten die sieben verbleibenden Teams locker eine Landesliga in Doppelrunde mit zwölf Begegnungen austragen und als Bonbon nach Beendigung der Runde noch ein „Play off“ anbieten, z.B. in dem der Tabellenerste gegen den Dritten und der Zweite gegen den Vierten in der Halle des jeweils schlechter platzierten Teams spielt und sich daraus noch je zwei Endspiele um den 1. und den 3. Platz ergeben, was dann für diese Mannschaften immerhin 15 Spiele bedeutete. Und die drei letzten Teams der Runde könnten noch eine Art Play off ausspielen, in dem in einfacher Runde mit jeweils Null Punkten anfangend jeweils noch vier Platzierungsspiele um die Plätze für bis sieben stattfinden.
    Man könnte sich auch vorstellen, auf freiwilliger Basis Überkreuzspiele der beiden Ersten der Landesligen Nord und Süd stattfinden zu lassen. Es ginge dabei ja nicht um Meisterschaften, sondern um Leistungsvergleiche, um Ansporn und im Endeffekt um Leistungsförderung.
    Wie gesagt, ein wenig Mut ist angesagt statt Hasenfüßigkeit, ein wenig Phantasie statt Formalismus. Dabei hoffe ich auf Eure Einsichten und fordere Euch auf, diesen speziellen Punkt im Präsidium oder im Erweiterten Vorstand zu behandeln, denn jetzt ist noch Zeit zum Handeln!
    Um meinen Frust in den Griff zu bekommen kleide ich meine Zeilen in einen quasi offenen Brief, den auch unsere Bezirksspielleitung wie die Verantwortlichen der anderen Vereine in der bestehenden Landesliga Nord der wC erhalten. Und ich überlege mir noch, ob nicht auch das Forum der geeignete Ort für eine Veröffentlichung ist.
    In der Hoffnung, dass wir noch zu einer besseren Lösung kommen, bleibe ich ansonsten mit den besten Grüßen
    Jürgen