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    Kleine Schritte in Richtung Alltag

    07.05.2021

    Nach freiwilliger Pause haben Haspo-„Profis“ wieder mit dem Training begonnen

    Die Hälfte der bundesweit 72 Mannschaften in der 3. Liga der Männer spielt noch in freiwilligen Runden um den Aufstieg in die 2. Bundesliga und die Qualifikation für den DHB-Pokal, doch bei Haspo Bayreuth hat bereits die Vorbereitung auf die kommende Saison begonnen. Seit mittlerweile knapp drei Wochen befindet sich das Team von Cheftrainer Mathias Bracher wieder im Hallentraining. Da die 3. Liga als Profiliga gilt, wäre durchgehend die Erlaubnis zum Training gegeben gewesen, aber beim letztjährigen Neuling hatte man sich eine monatelange Abstinenz auferlegt.

    Selbstverständlich lassen sich alle Spieler und Trainer regelmäßig auf Covid-19 testen, und alle Akteure sind dazu angehalten, die sozialen Kontakte im privaten Bereich einzuschränken. „Wir haben uns während der Pandemie als Verein und Mannschaft bislang sehr defensiv verhalten“, erklärt Bracher. „Vielen war klar, dass man den Handball auch mal hintanstellen musste. In den letzten Wochen kam im Team nun mehr und mehr der Wunsch auf, wieder in die Halle zurückzukehren.“ Zweimal pro Woche steht er nun wieder im Schulzentrum Ost und möchte sein Team nach und nach wieder an die Abläufe und Belastungen gewöhnen.

    Nicht mehr dabei ist Co-Trainer Nicholas Cudd, der sich aus privaten Gründen anders orientiert hat. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden, aber Unterstützung erhält Bracher von einem neuen Athletiktrainer. Daniel Herz hat das Amt von Alex Daut übernommen, den es beruflich in den Raum Aschaffenburg verschlagen hat. Der Sportwissenschaftler stammt aus Altenkunstadt und kehrte nun nach studienbedingten Stationen in Coburg und Leipzig nach Oberfranken zurück. „Ich habe große Lust auf diese Aufgabe und bin froh, die Jungs auch endlich mal real zu sehen“, sagt der Sporttherapeut am Krankenhause Hohe Warte, der sich bislang nur beim Online-Training via Bildschirm einbringen konnte.

    Trotz aller Euphorie warnen Bracher und Herz davor, zu schnell zu viel zu wollen: „Wir werden die Belastung Schritt für Schritt steigern und gerade am Anfang Wert darauf legen, dass die Intensität geringer ist als gewohnt. Gelenke und andere Strukturen passen sich erst langsam wieder der Belastung an.“ Aktuell trainiert die Mannschaft in einem System mit zwei getrennten Gruppen, was die Kontaktanzahl noch mal halbiert. Hierbei liegt der Fokus neben dem langsamen Gewöhnen an Wurfbewegungen und Richtungswechseln, weiterhin auch auf athletischen Komponenten. In der pandemiebedingten Pause haben die Spieler auch schon Vorarbeit geleistet, sagt Bracher: „Alle haben die Pause genutzt – der eine mehr, der andere weniger – aber insgesamt haben wir eine gute athletische Basis durch verschiedene Aufgaben, die die Jungs in der Pause absolvieren sollten.“ Nach der Eingewöhnungsphase will er im Anschluss an Pfingsten mit der richtigen Saisonvorbereitung beginnen.

    Nach lediglich drei absolvierten Drittliga-Spielen nach dem Aufstieg sieht der Haspo-Coach der neuen Spielzeit optimistischer entgegen: „Ich bin zuversichtlich, dass es eine normalere Saison wird, und hoffe, dass wir im September starten können.“ Am ersten Wochenende im September hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) den Beginn vorgesehen. Im Gegensatz zur letzten Saison soll auch in kleineren und dafür mehr Staffeln gespielt werden, sodass der Spielplan etwas entzerrt wird. Das gäbe Raum für mögliche Spielverlegungen.

    Das Pandemiegeschehen bleibt aber natürlich ein Unsicherheitsfaktor in allen Planungen. So ist auch noch nicht klar, inwiefern Vorbereitungsspiele möglich sein werden. Zumal immer ein Hygiene- und Testkonzept notwendig sein wird, das mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Andererseits wäre dies auch eine gute Gelegenheit für die Saison zu testen, da dann sowieso einige Vorschriften zu beachten sein werden. Inwiefern Zuschauer zugelassen sein werden, steht noch in den Sternen. ds
    Quelle: Nordbayerischer Kurier