• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • Termine

    Der Bescheid – oder: eine ungewöhnliche Retourkutsche

    22.01.2008

    Mit einer ungewöhnlichen Retourkutsche haben jetzt die HaSpo-Verantwortlichen auf eine Unzulänglichkeit beim Süddeutschen Handballverband (SHV) und die dort gängige Praxis, kostenwirksame Strafbescheide zu verschicken, reagiert: HaSpo Schatzmeister Matthias Fehn schickte nun in Abstimmung mit Vorstand Andreas Berghammer seinerseits einen Kostenbescheid.
    „Wir ärgern uns schon seit langem darüber, dass die Verbandsfunktionäre bei jeder Kleinigkeit kostenpflichtige Strafbescheide verschicken, etwa wenn Spielergebnisse, Aufstellung, Torschützen und Zuschauerzahlen nicht in einem schmalen Zeitfenster gemeldet werden“, begründet Berghammer die ungewöhnliche Aktion. Wenn allerdings beim Verband etwas nicht klappe, bleibe das folgenlos.
    Anlass für die HaSpo-Aktion war der mehrfache vergebliche Versuch, am 5. Januar nach der Regionalliga-Begegnung gegen die SG Kronau-Östringen II wie gewohnt per Fax alle notwendigen Angaben dem Verband zu melden. Weder das extra angeschaffte Faxgerät am Spielort im Schulzentrum Ost noch später in der HaSpo-Geschäftsstelle war es möglich, die Daten zu übermitteln. Auch die SHV-Verantwortlichen waren telefonisch nicht zu erreichen. Und beim Telefonbetreiber war die ansonsten reibungslos funktionierende Service-Faxnummer des SHV schlichtweg „nicht bekannt“. So beschloss man in der HaSpo-Geschäftsstelle trotz inzwischen weit überschrittener Meldezeit die Daten in eine e-mail zu übertragen und die bis dahin erfolglose Meldeprozedur auf einem Anrufbeantworter des SHV zu dokumentieren.
    „Wir hatten an dem Abend ordentlich Stress“, berichtet Berghammer, “denn wir wollen natürlich jeden unnötigen EURO für Strafbescheide vermeiden, und nebenan wollte man zudem mit der Jahresabschlussfeier beginnen“. In der HaSpo-Geschäftsstelle habe man gut eine Stunde lang versucht, die Meldung durchzugeben oder SHV-Offizielle zu erreichen – alles vergeblich. „Dann muss man einfach mal zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen, um beim Verband deutlich zu machen, dass kleinere Unzulänglichkeit nicht gleich mit happigen Strafbescheiden geahndet werden sollten“, argumentiert Berghammer, oder man müsse klar machen, dass die Ahndung von Fehlern keine Einbahnstraße sein dürfe. Und genau dieses habe man nun getan.
    HaSpo Bayreuth hat dem SHV übrigens 50 € in Rechnung gestellt „zuzüglich 20 € Verwaltungsgebühr und Mehrwertsteuer“, wie Schatzmeister Fehn in seinem Schreiben penibel notiert. Und er wendet listig die gängige SHV-Praxis an: „Gerne sende ich ihnen auch ein Formular zu, mit der sie uns eine Einzugsermächtigung geben. Wir ziehen dann den Betrag bequem per Lastschrift ein.“
    Bislang ist die ungewöhnliche HaSpo-Aktion allerdings folgenlos geblieben: Der SHV hat (noch) nicht reagiert.