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    Nick Tornow: Gesundheitliche Nachwirkungen aus dem Erzgebirge

    02.10.2020

    Selbst in der jungen Mannschaft von Haspo Bayreuth gibt es jemanden mit persönlicher DDR-Vergangenheit: Torwart Nick Tornow wurde 1987 in Aue geboren. Zwar zog seine Familie schon zwei Jahre später zur „Wendezeit“ um in den Nürnberger Raum, wo er heute noch lebt und arbeitet (als Konstrukteur), aber ein Andenken aus der kurzen Zeit blieb ihm trotzdem erhalten: Die vom Bergbau verursachte Luftverschmutzung im Erzgebirge bereitete dem Kleinkind gesundheitliche Probleme: „Neben beruflichen Gründen war das für meine Eltern ein Anlass, dort wegzugehen“, berichtet Tornow. Inzwischen habe er die Nachwirkungen aus dieser Zeit aber überwunden. Und die heutigen Verbindungen zu seinem Geburtsort halten sich auch in Grenzen: „Es gibt schon noch Verwandtschaft dort, aber so oft trifft man sich doch nicht.“ Man dürfe ihn heute ohne Widerspruch als Franken bezeichnen. Mit 33 Jahren ist einer der Garanten für den Haspo-Aufstieg sogar alt genug, um aus eigenen Eindrücken eine Meinung zu haben zur Entwicklung des Verhältnisses zwischen den ursprünglichen „Wessis“ und „Ossis“: „Als Jugendlicher habe ich das schon noch erlebt. Am Anfang fand ich es sogar ziemlich schlimm, aber inzwischen ist es doch sehr viel besser geworden. Ich nehme das eigentlich kaum noch wahr.“ Bei der Frage, wie stark der Entschluss seiner Eltern zum Schritt von Ost nach West seinen eigenen Lebensweg vorbestimmt hat, muss Nick Tornow kurz überlegen: Ob er auch in der noch heute in der 2. Bundesliga vertretenen Handball-Hochburg Aue zu dieser Sportart gekommen wäre, könne er nicht sagen: „Das ist eher ein Zufall, weil mich ein Kumpel mal zum Training mitgenommen hat. Wer weiß, ob das dort auch passiert wäre. Auf jeden Fall bin ich aber heute sehr froh darüber, dass es so gekommen ist.“ es


    Nordbayerischer Kurier vom Freitag, 2. Oktober 2020, Seite 28