• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • Spielplan (Wochenende)

    Termine

    Sämtliche Fragen auf der Tagesordnung

    14.07.2020

    Saisonstart, Gruppeneinteilung, Modus: Spielkommission der 3. Liga will möglichst alles auf einmal klären

    Von Eberhard Spaeth

    Noch weiß man über die kommende Saison der 3. Liga nicht viel mehr, als dass 72 Mannschaften bei den Männern daran teilnehmen und 60 bei den Frauen. Nun hat sich jedoch die zuständige Spielkommission des Deutschen Handballbunds (DHB) das ehrgeizige Ziel gesetzt, sämtliche noch offenen Fragen auf einmal zu beantworten. Saisonstart, Gruppeneinteilung, Austragungsmodus – alles steht bei der Sitzung am kommenden Samstag auf der Tagesordnung.

    „Ich kann die Ungeduld verstehen“, zitiert das Fachportal handball-world.de Andreas Tiemann, der als Spielleiter der Männer zusammen mit Frauen-Spielleiter Horst Keppler der Kommission vorsteht. Zudem gehören Schiedsrichterwart Dirk Eggert sowie je zwei Vereinsvertreter von Frauen und Männern dem Gremium an. „Wir haben diverse Pläne und Alternativen erarbeitet und wollen auf der Sitzung möglichst einen Termin finden, an dem wir eine große Wahrscheinlichkeit sehen, dass wir auch starten können“, sagt Tiemann vorsichtig.

    Die Schwierigkeit sei, trotz der regional unterschiedlichen Bestimmungen für den Umgang mit der Covid-19-Pandemie eine bundesweit einheitliche Linie zu finden: „Wir haben 72 Mannschaften aus 15 Bundesländern“, sagt Tiemann. Da mittlerweile jeder Kreis eigene Entscheidungen treffen könne, müsse man „bis zu 72 unterschiedliche Regelungen“ berücksichtigen. Dabei sei nicht zu erwarten, dass man es am Ende jedem recht machen kann: „Jeder Verein wird irgendwo Kompromisse machen dürfen.“

    Um ein Bild von der Stimmungslage zu bekommen, gab es in den letzten Wochen eine Umfrage unter den Vereinen. Dabei hebt Tiemann vor allem eine Erkenntnis heraus: „Wir können und wollen nicht ohne Zuschauer spielen.“ Keppler ergänzt, dass man sich bei den Frauen noch eher zumindest über einen begrenzten Zeitraum mit Geisterspielen abfinden könne, aber bei den Männern benötige „die überwiegende Mehrheit der Vereine wenigstens die Hälfte der möglichen Zuschauerkapazität“.

    Späterer Start bedeutet kleinere Gruppen

    Die Möglichkeiten zum Einlass von Zuschauern sind demnach der wichtigste Faktor für den Zeitpunkt des Saisonstarts, und dieser wiederum entscheidet über den Modus. Sollte die Runde im September oder Oktober beginnen können, gilt trotz der Aufstockung der Liga das bewährte Modell mit vier Staffeln als wahrscheinlich (mit je 18 Teams bei den Männern statt bisher 16). Je länger sich der Beginn verzögert, umso mehr Argumente wird es allerdings für Alternativen geben, die weniger Spieltage erfordern. Sechs Staffeln mit jeweils zwölf Teams stehen im Raum, oder gar acht Neunergruppen. „Anschließende Playoff- beziehungsweise Playdown-Spiele sind in diesen Fällen natürlich ein Muss“, betont Keppler.

    Erst nach dieser Entscheidung kann sich die Kommission dann mit der regionalen Aufteilung der 72 Mannschaften befassen. Und auch in diesem Punkt ist Keppler bewusst, dass er kaum mit ungeteilter Begeisterung rechen darf: „Bedingt durch die Geografie wird keine optimale und allseits zufriedenstellende Einteilung möglich sein.“

    Haspo plädiert für mehr und kleinere Staffeln

    Zwei Fragen waren für uns besonders relevant“, berichtet Vorsitzender Andreas Berghammer über den Umgang von Haspo Bayreuth mit der DHB-Umfrage zur Drittliga-Saison. „Erstens: Wollt Ihr vier oder sechs Staffeln; zweitens: Wie wichtig sind die Zuschauer?“ Beim Modus habe man sich für mehr und dafür kleineren Gruppen ausgesprochen: „Mit 18 Vereinen wird das eine Menge Spiele. Abgesehen von den Kosten, muss man die erst mal im Kalender unterbringen. Und es ist eine hohe Belastung, gerade für die Spieler, die keine Profis sind.“ Noch wichtiger ist Berghammer aber eine möglichst weitgehende Auslastung der Zuschauerkapazität im ohnehin relativ kleinen Schulzentrum Ost: „500 Zuschauer sind eine realistische Grenze – zumindest wenn auch jeder etwas davon haben soll.“ Er könne sich an ein Spiel mit 720 Besuchern erinnern, als die Haspo-Jugend noch mit den Müller-Zwillingen das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft erreichte: „Da war aber sogar mir nicht ganz wohl.“ Schon eine Beschränkung der Auslastung auf 50 Prozent würde also nicht mehr viel Spielraum übrig lassen. Dabei sorgt sich der Vorsitzende gar nicht in erster Linie um entgehende Einnahmen: „200 zahlende Zuschauer im Schnitt würden uns schon reichen für den Etat. Aber wenn nicht mehr Leute in die Halle dürfen, müssten wir ja unsere ganzen Jugendlichen aussperren!“

    Nordbayerischer Kurier vom Dienstag, 14. Juli 2020, Seite 20