• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • Termine

    Ära der Müller-Zwillinge ist zu Ende

    28.05.2020

    Von Eberhard Spaeth

    Nach 14 Jahren ist die Bundesliga-Ära der Bayreuther Müller-Zwillinge zu Ende, die 2006 mit dem Wechsel der beiden im Alter von nicht ganz 22 Jahren von Haspo Bayreuth aus der damaligen Regionalliga (heute 3. Liga) zum TV Großwallstadt begonnen hatte. Nachdem bereits vor einigen Wochen gemeldet worden war, dass Philipp Müller beim SC DHfK Leipzig aus dem Spielerkader auf den Posten eines Sportkoordinators wechselt, markiert die Auflösung des bis 2021 befristeten Vertrags bei den Füchsen Berlin nun auch den Schlusspunkt in der aktiven Laufbahn seines Bruders Michael.

    „Ich habe meinen Frieden gemacht mit dem Handball. Auch wenn das Ende jetzt nicht so schön ist, wie man sich das vielleicht mal vorgestellt hat“, sagt der Linkshänder, der 78 Mal das Trikot der Nationalmannschaft getragen hat, unter anderem bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2015 in Kroatien beziehungsweise Katar sowie bei der Europameisterschaft 2010 in Österreich. Dass er die ursprünglich noch eingeplante weitere Spielzeit nun auch bei keinem anderen Klub mehr anstrebt, hat hauptsächlich familiäre Gründe: Lebensgefährtin Kaja Schmäschke erwartet das zweite gemeinsame Kind. „Da hat man doch plötzlich ganz andere Themen im Leben“, sagt der 35-Jährige. „Ich bin jetzt ganz froh, mich im nächsten halben Jahr überhaupt nicht mit Handball befassen zu müssen.“

    In Berlin habe die Familie nun schon „die Sachen gepackt“. Zunächst einmal gehe die Reise „in Richtung Hamburg“, näher zu den Eltern der Partnerin, die ebenfalls aus einer Handball-Familie stammt und selbst Bundesliga-Profi war. Ihr Vater Dierk Schmäschke ist langjähriger Manager des Deutschen Meisters von 2018 und 2019, SG Flensburg-Handewitt.



    Die damit scheinbar auf der Hand liegende Möglichkeit zu einer zweiten Laufbahn im Zusammenhang mit dem Handball ist für Michael Müller allerdings nicht die erste Option. „Konkrete Pläne für die fernere Zukunft gibt es noch nicht. Aber ich denke schon, dass der eine oder andere Kontakt aus der Handball-Zeit mithelfen kann, irgendwo in die Wirtschaft rein zu rutschen“, sagt der gelernte Industriekaufmann. „Am liebsten würde ich dann einfach ganz normal arbeiten, ohne immer von der Sportsaison abhängig zu sein. Und die Aussicht auf freie Wochenenden erscheint mir auch ganz schön.“

    Zusammen fast 2000 Tore
    Zehn ihrer 14 Bundesliga-Spielzeiten verbrachten Michael und Philipp Müller im selben Team: anfangs drei beim TV Großwallstadt sowie gegen Ende eine bei HSG Wetzlar und sechs bei MT Melsungen. Michael erreichte dazwischen mit den Rhein-Neckar Löwen ein Halbfinale der Champions-League und ein Pokalfinale, während Philipp in dieser Zeit für Balingen-Weilstetten spielte. Der Linkshänder erzielte in 413 Erstligaspielen 1170 Tore, der zunehmend als Abwehrspezialist geschätzte Rechtshänder kam in 407 Partien auf 810 Treffer. Darunter war bei beiden kein einziger Siebenmeter.

    Quelle:Nordbayerischer Kurier