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    „Riesenrespekt“ vor der 3. Liga

    26.05.2020

    Haspo-Trainer Mathias Bracher sieht vor allem bei der Athletik große Herausforderung

    Von Eberhard Spaeth

    Als sich Mathias Bracher entschieden hat, als Trainer zur Herren-Mannschaft von Haspo Bayreuth zurückzukehren, ging man dort noch von einer weiteren Saison in der Bayernliga aus. Nachdem nun aber feststeht, dass der offizielle Vizemeister als Nachrücker in die 3. Liga aufsteigt, haben sich die Voraussetzungen verändert. Unvorbereitet ist der 58-jährige Erlanger allerdings nicht: „Als Ziel hat das ja immer schon im Raum gestanden. In den letzten Wochen war dann beides möglich, und nachdem ich die ganzen Diskussionen verfolgt habe, schien mir der Aufstieg sogar wahrscheinlich.“ Unbefriedigend seien lediglich die außergewöhnlichen Begleitumstände nach dem Abbruch der Saison: „So einen Aufstieg stellt man sich natürlich anders vor mit viel Jubel und einer tollen Feier. Aber schön ist es auch so.“

    Überraschungen drohen dem ehemaligen Bundesligaspieler mit A-Lizenz in der neuen Spielklasse ohnehin nicht, denn seine Heimatstadt bot in den letzten Jahren durch die Spiele von HC Erlangen II und zuvor TV Erlangen-Bruck reichlich Anschauungsmaterial: „Ich habe einen Riesenrespekt vor der 3. Liga“, sagt Bracher. „Da sind Gegner dabei, die ins Profilager streben, Mannschaften mit früheren Bundesligaspielern. Dagegen werden wir einfach ankämpfen müssen.“ Sogar der andere Nachrücker deutet den Niveauunterschied an: Beim TV Cloppenburg gibt es eine Spielbetriebs- und Marketing-GmbH mit zwei Geschäftsführern. Dass Haspo trotzdem die Vereinsphilosophie nicht ändern wird, ist ihm bewusst: „In Bayreuth wird nun mal den Spielern nichts gezahlt. Also wird sich an der Kaderplanung nichts ändern.“

    Um gegen diese Konkurrenz bestehen zu können, werde seine neue Mannschaft vor allem die Arbeit an der Athletik intensivieren müssen: „Die körperliche Herausforderung ist eine ganz andere, wenn man auf Abwehrreihen mit solchen Kalibern trifft. Wer in der Bayernliga von seinem Körper gelebt hat, dessen Vorteil ist nun weg – und den anderen fehlt etwas.“ Mit dem gewohnten dreimaligen Hallentraining pro Woche könne man trotzdem durchaus auch künftig auskommen, wenn individuell zusätzlich an der Athletik gearbeitet werde: „Mit einem Programm dafür sind die Spieler schon jetzt sehr gut versorgt.“

    Zusätzlich erschwert wird die Vorbereitung dadurch, dass die Frage nach dem Saisonstart noch völlig offen ist. Da die DHB-Liga bundesweit organisiert ist, müssen die Regeln zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie zu diesem Zeitpunkt einheitlich sein. Einerseits kann das noch lange dauern, andererseits könnte es nach dem grünen Licht der Politik für die Hallensportler plötzlich recht schnell gehen.

    Zeit für zweites Abwehrsystem nötig

    „Im Grunde würde das alle Mannschaften gleich betreffen“, sagt Bracher. In einem Detail würde er seine Mannschaft aber bei einem allzu kurzen Zeitraum für das Mannschaftstraining in der Halle doch im Nachteil sehen: „Das bisher bewährte sehr offensive Abwehrsystem könnte in der 3. Liga an seine Grenzen stoßen. Daher wäre es wichtig, ein zweites System zu erarbeiten, aber das geht nun mal nicht von heute auf morgen.“

    Ein ganz wichtiger Termin sei daher erst einmal die Freigabe des Mannschaftstrainings: „Wenn dann zu wenig Zeit bis zum Saisonstart bleibt, wird sich unsere Vorbereitung wohl in die Saison hinein ziehen müssen.“


    Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 23. Mai 2020, Seite 22