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    Haspo nimmt Einspruch zurück

    26.05.2020

    Der Rechtsstreit um die Berechnung der Tabelle zum Abschluss der abgebrochenen Saison in der Männer-Bayernliga ist ohne Urteil zu Ende gegangen. Nachdem Haspo Bayreuth über die Liste der Nachrücker als Aufsteiger in die 3. Liga aufgenommen worden ist (wir berichteten), hat der Verein seinen Einspruch gegen die Einstufung als Tabellenzweiter hinter dem VfL Günzburg zurückgenommen. Ganz so selbstverständlich, wie das zu klingen scheint, war die Entscheidung für Teammanager Rolf Emrik Meyer-Siebert aber nicht: „Unser Grundsatz, dass die sportliche Fairness an oberster Stelle stehen sollte, wird damit doch etwas brüchig“, sagt der Rechtsanwalt, der alle Bayreuther Stellungnahmen im Verfahren formuliert hatte.

    Er erinnert dabei daran, dass ein Erfolg des Haspo-Einspruchs die Rangfolge in der Liste der Nachrücker verändert hätte. Wären nämlich bei der Berechnung der Abschlusstabelle die Spiele gegen die später zurückgezogene TG Heidingsfeld berücksichtigt worden, wie es die Bayreuther gefordert hatten, so hätten die Günzburger nicht nur die Bayerische Meisterschaft eingebüßt, sondern wären aufgrund des größeren Rückstands zum ersten Platz in der Nachrückerliste hinter TSV Neuhausen/Filder und Sportfreunde Loxten zurückgefallen. Wenn die jetzige Einstellung des Verfahrens somit gut ist für die Schwaben, denen Haspo nun auch schon zur Meisterschaft gratuliert hat, so ist sie doch schlecht für die Drittliga-Bewerber aus Baden-Württemberg beziehungsweise Westfalen.

    Auch deswegen und wegen des anhaltenden Ärgers über den Umgang des Bayerischen Handballverbands (BHV) mit dem Thema wurde im Haspo-Vorstand noch einmal über den Weg zum Bundessportgericht des Deutschen Handballbundes (DHB) in Minden beraten. Dass letztlich darauf verzichtet wurde, erklärt Meyer-Siebert vor allem mit dem Zeitdruck: „Mit so einer Verhandlung wären wir wahrscheinlich im Herbst angekommen, wenn vielleicht schon die neue Saison begonnen hätte.“ Dann sei jedes noch mögliche Ergebnis schlecht gewesen: „Hätten wir verloren, wären wir der Verein gewesen, der übel nachtritt, obwohl er doch alles erreicht hatte – und hätten wir gewonnen, dann wäre Günzburg aus einer lange geplanten Saison womöglich raus gewesen.“ es


    Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 23. Mai 2020, Seite 22