• Damen
  • Herren
  • Jugend
  • Shop
  • Spielplan (Wochenende)

    HaSpo legt Einspruch ein

    05.05.2020

    Bayreuther bestreiten Berechnungsgrundlage für Abschlusstabelle der Bayernliga und fordern Aufstieg

    Von Eberhard Spaeth

    Bisher war es nur eine Mischung aus Enttäuschung und Ärger über unglückliche Umstände und die daraus abgeleiteten Entscheidungen, aber jetzt ist es ein handfester Rechtsstreit: Haspo Bayreuth hat beim Bayerischen Handballverband (BHV) in München formell Einspruch eingelegt gegen die Berechnung der Abschlusstabelle in der Männer-Bayernliga nach dem vorzeitigen Abbruch der Saison und fordert die Einstufung als erster Anwärter des Landesverbands für den Aufstieg in die 3. Liga.

    Die Begründung dafür im entsprechenden Schreiben an das zuständige Bezirkssportgericht Oberbayern befasst sich hauptsächlich mit der konkreten Anwendung der Quotienten-Regelung zur Festlegung des offiziellen Endstands in der unvollständigen Tabelle. Wie mehrfach berichtet, waren die Bayreuther als Spitzenreiter zum Zeitpunkt des Abbruchs am 13. März dadurch auf den zweiten Platz abgerutscht, weil sie mit 29 Punkten aus 19 Spielen (1,526 im Schnitt) dem VfL Günzburg (28 aus 18 = 1,555) den Vortritt lassen mussten.

    Argument: Nur durch Zufall klar im Nachteil

    Diese Berechnung aus den „erreichten Punkten“ im Verhältnis zu den „absolvierten Spielen“ erfolgte zwar einheitlich in allen deutschen Spielklassen, aber Haspo macht innerhalb Bayerns eine „besonders einmalige“ Konstellation geltend: Nur in der Bayernliga liege die Ursache für die unterschiedliche Zahl der ausgetragenen Spiele nicht in Besonderheiten des Terminplans, sondern „einzig und allein“ im Rückzug der TG Heidingsfeld nach Abschluss der Vorrunde. Es sei reiner Zufall, dass sich das daraus resultierende spielfreie Wochenende in der Rückrunde für den VfL Günzburg schon vor dem Abbruch der Saison ergeben hat, für Haspo aber erst danach. Nachdem die Schwaben in Heidingsfeld mit 22:26 verloren hatten (Haspo aber daheim mit 27:23 gewonnen), bedeute die Streichung dieser Ergebnisse für sie nun einen Vorteil von vier Punkten „aus regulär durchgeführten und bis zum Abschluss der Hinrunde offiziell gewerteten Saisonspielen“.

    Gerade solche Zufälle habe die Quotienten-Regelung ausschließen wollen: Verlangt sei „die Bildung eines Quotienten nach dem Verhältnis der ,erreichten Punkte’ zu den ,absolvierten Spielen’ – und gerade nicht (!) die Umrechnung einer bestimmten Stichtags-Tabelle in solche Quotienten, wie nun aber vom BHV entgegen seines von ihm höchstselbst beschlossenen Regelwerks gleichwohl vorgenommen“, heißt es im Haspo-Schreiben wörtlich.

    Folglich fordern die Bayreuther, bei der Berechnung des Quotienten die Ergebnisse aus den „absolvierten Spielen“ gegen die TG Heidingsfeld zu berücksichtigen. Damit hätten sie dann 31 Punkte aus 20 Partien (1,550 im Schnitt) und Günzburg 28 aus 19 (1,474). Selbst wenn man die Möglichkeit eines Günzburger Sieges im ausgefallenen Rückspiel einrechnet, würde es für die Schwaben nicht reichen: 30 Punkte aus 20 Spielen = 1,500.

    Auch auf den naheliegenden Einwand geht der Haspo-Einspruch ein. Immerhin legt §49 der Spielordnung die Konsequenzen scheinbar eindeutig fest, wenn eine Mannschaft zu drei Spielen nicht antritt und dadurch aus der Meisterschaftsrunde ausscheidet: „Bei Ausscheiden einer Mannschaft werden alle von ihr bisher durchgeführten Spiele nicht gewertet.“ Nach einem Saisonabbruch wie diesem, dessen außergewöhnliche Umstände in den Statuten gar nicht vorgesehen waren, bestreiten die Bayreuther jedoch die Grundlage für die Anwendung dieses Paragrafen. Sonst ergebe sich das „widersinnige Ergebnis, dass sämtliche Mannschaften aus der Meisterschaftsrunde auszuscheiden hätten, nachdem jede Mannschaft in dieser Saison ,zu drei Meisterschaftsspielen nicht angetreten’ ist – nicht nur die TG Heidingsfeld.“


    Nordbayerischer Kurier vom Dienstag, 5. Mai 2020, Seite 20