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    Hintertüren bleiben offen

    01.05.2020

    Auch ohne Bayernliga-Meisterschaft zeichnen sich noch Chancen zum Haspo-Aufstieg in die 3. Liga ab

    Von Eberhard Spaeth

    Der direkte Weg zum Aufstieg in die 3. Liga dürfte Haspo Bayreuth wahrscheinlich verwehrt bleiben. Der Tabellenführer der Männer-Bayernliga zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs Mitte März wird nun nämlich auch beim Bayerischen Handballverband nur noch als Tabellenzweiter geführt, auch wenn die für 30. April angekündigte offizielle Begründung dafür anhand der Quotienten-Regelung zur Wertung der Abschlusstabellen gestern immer noch ausstand. Wie mehrfach berichtet, fallen die Bayreuther mit ihren 29 Punkten aus 19 Spielen nach dieser bundesweit angewendeten Rechnung hinter den VfL Günzburg zurück, der mit einem Spiel weniger 28 Zähler gesammelt hat. In den offiziell mit 100 multiplizierten Quotienten kommt Haspo somit auf 152,6 Punkte und die Schwaben auf 155,6.

    „Wir rechnen jetzt nicht mehr damit, daran noch etwas ändern zu können“, sagt Haspo-Teammanager Rolf Emrik Meyer-Siebert. Bis zuletzt hatte sich der Rechtsanwalt durchaus gute Chancen ausgerechnet, eine Berücksichtigung der Ergebnisse gegen die später aus finanziellen Gründen zurückgezogene TG Heidingsfeld erwirken zu können. Das hätte einen Sieg mehr für Haspo bedeutet und eine Niederlage mehr für Günzburg, was die Reihenfolge an der Spitze wieder verändert hätte: „Ich finde unsere Argumentation dazu nach wie vor stichhaltig.“

    Insolvenzanträge von drei Drittligisten

    Inzwischen richten sich die Bayreuther Hoffnungen aber eher auf mögliche Hintertüren, die zusätzliche Wege in die vom Deutschen Handballbund (DHB) organisierte 3. Liga eröffnen könnten. Ausgangspunkt dafür ist die Entscheidung des Verbands beim Abbruch der Saison auf allen Leistungsebenen, die vier Staffeln im Unterbau der 1. und 2. Bundesliga von insgesamt 64 auf 72 Mannschaften zu erweitern. Diese Zahl ergab sich daraus, dass niemand absteigen soll (auch nicht aus der 2. Liga), die vier Drittliga-Meister aufsteigen dürfen und alle zwölf Qualifizierten aus den Oberligen aufgenommen werden. Schon vor dieser Entscheidung war allerdings klar, dass die Zahl 72 mit diesen Regeln nicht erreichbar sein würde.

    Bereits vor dem Abbruch waren schließlich zwei Klubs aufgrund der Insolvenz ihrer Spielbetriebsgesellschaften aus dem Spielbetrieb ausgeschieden: Mitte Januar der in Düsseldorf und Neuss beheimatete HC Rhein Vikings (Gruppe Nordwest), der schon ein Jahr zuvor als Zweitligist einmal einen Insolvenzantrag gestellt hatte, und Mitte Februar die SG Nußloch (Gruppe Mitte), die 2018 mit der Verpflichtung von Weltmeister Christian Zeitz bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte. Mittlerweile hat zudem die GmbH des Leichlinger TV (Gruppe Nordwest) aufgrund fehlender Einnahmen einen Insolvenzantrag gestellt. Der Stammverein will sich zwar angeblich bemühen, die Liga zu halten, aber das hält Meyer-Siebert für „schwer vorstellbar“. Andererseits bekommt die 3. Liga allerdings auch einen Zugang, und zwar durch den bisherigen Zweitligisten HSG Krefeld. Das weit abgeschlagene Schlusslicht hatte auf einen Lizenzantrag für die 2. Bundesliga verzichtet und nachträglich vergeblich gehofft, vom Beschluss „keine Absteiger“ profitieren zu können.

    Haspo auf Platz drei der Nachrücker-Liste

    Ein zusätzlicher Platz in der 3. Liga ist somit sicher und ein zweiter wahrscheinlich. Da scheint es zum unglücklichen Saisonverlauf von Haspo Bayreuth zu passen, dass der verhinderte Bayernliga-Tabellenführer in der Rangliste möglicher Nachrücker an dritter Stelle geführt wird. Dabei werden die Abstände aller Oberliga-Zweiten zu den Meistern ihrer Ligen verglichen, so dass die Bayreuther zwei Teams aus Regionen mit punktgleichen Spitzenduos den Vortritt lassen müssen (Mitteldeutschland und Nordsee). Allerdings ist nicht auszuschließen, dass noch weitere Vereine wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen. Der SV Anhalt Bernburg in der 3. Liga Nordost hat bereits um Hilfe gebeten, weil 35 000 Euro fehlen. Meldeschluss für die 3. Liga ist der 15. Mai.


    Nordbayerischer Kurier vom Freitag, 1. Mai 2020, Seite 25