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  • Am Sensationsteam gescheitert

    19.08.2019

    Nach Triumph über Rekordweltmeister Dänemark verliert DHB-Auswahl das Finale der U-19-WM gegen Ägypten

    handball

    Julius Meyer-Siebert hat zum bisher größten deutschen Erfolg bei einer U-19-Weltmeisterschaft beigetragen. Schließlich gehörte der für Leipzig spielende Bayreuther beim Turnier in Skopje zur ersten DHB-Auswahl dieser Altersklasse, die ein WM-Endspiel erreichte. Diese Tatsache sollte darüber hinwegtrösten, dass nach dem glanzvollen 31:23 (13:9)-Sieg im Halbfinale gegen Rekordweltmeister Dänemark der Kampf um die Goldmedaille gegen das Sensationsteam aus Ägypten mit 28:32 (13:19) verloren ging.

    Im Endspiel vor 2000 Zuschauern trafen die Deutschen als Mannschaft mit den zuvor wenigsten Gegentoren (22,13 pro Spiel) auf das offensivstärkste Team des Turniers (34,5 Treffer im Schnitt). Entsprechend abwechslungsreich verlief das Duell mit dem Nachwuchs des Handball-Schwellenlandes, das bereits im Juli als Halbfinalist der U-21-WM in Spanien hatte aufhorchen lassen. Das DHB-Team bemühte sich mit vielen taktischen Varianten, die Torejagd der Nordafrikaner zu bremsen, lief aber doch nach einer frühen 0:4-Serie zum 3:7 (12.) ständig einem Rückstand von mindestens drei Toren hinterher.

    Wie schon im Halbfinale gegen Portugal (41:36) imponierte der Afrikameister wieder von Beginn an mit seinem hohen Tempo. Besonders der schnelle Abschluss aus dem Rückraum und das starke Verhalten im Eins-gegen-eins überforderten zunächst die deutsche Abwehr. Erst nach der Umstellung auf eine offensive 3-2-1-Deckung wurde es in dieser Hinsicht etwas besser, aber die eigene Chancenverwertung war nicht gut genug, um näher als auf 12:15 (28.) heran zu kommen. Bei Halbzeit hatte jede Mannschaft 27 Würfe verzeichnet, doch die Trefferquoten sprachen mit 70 gegenüber 48 Prozent sehr deutlich für Ägypten.

    In der zweiten Halbzeit startete das DHB-Team mit einer Sonderbewachung gegen den ägyptischen Spielmacher. Das nahm etwas Tempo aus dem gegnerischen Aufbau und legte zusammen mit dem starken eingewechselten Torhüter Lukas Diedrich (Magdeburg) den Grundstein für einen 3:0-Start zum 16:19 (35.) – und das trotz wiederholter Unterzahl. Auch beim 21:24 (45.) und sogar noch beim 27:30 (56.) gab es vergleichbare Ansätze für eine Wende, doch das Vertrauen der Ägypter in ihre Offensivkraft war nicht entscheidend zu erschüttern. Dabei zog DHB-Trainer Erik Wudtke alle taktischen Register von einer zweiten Sonderbewachung bis schließlich sogar zur offenen Manndeckung sowie im Angriff mit dem umfangreichen Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers.

    Julius Meyer-Siebert kam im Finale knapp 21 Minuten lang zum Einsatz. In der ersten Halbzeit hatte er ausgesprochen starke Szenen, als er einen Wurf ins leere deutsche Tor mit einem Sprung in den Kreis abwehrte und im direkten Gegenzug aus dem Rückraum zum 11:15 traf (27.). Dass der mit 206 cm längste deutsche Spieler nach der Pause länger auf der Bank saß, mochte mit der immer offensiver ausgerichteten Abwehrformation zusammenhängen und mit den Erfolgen der quirligeren Rückraumspieler Yessine Meddeb (Rhein Neckar Löwen/7 Tore) und Julian Koster (Dormagen/6). Beim letzten Aufbäumen vom 24:29 zum 27:30 war der Bayreuther dann wieder dabei, aber unter dem Zeitdruck der wohl letzten reellen Chance beim Stand von 27:31 scheiterte er genau zwei Minuten vor dem Ende mit einem Distanzwurf an Ägyptens Torhüter.

    Beste Turnierleistung gegen Dänemark

    Am Tag zuvor hatten die Deutschen beim Triumph über die bis dahin unbesiegten Dänen ihre beste Turnierleistung geboten. Der Grundstein für den Finaleinzug legte wieder einmal die Abwehr mit dem überzeugenden Torwart Johannes Jepsen (Lübbecke). Schon beim 12:6 gelang die erste deutliche Führung, die nach dem Seitenwechsel über 15:9 und 20:14 vorentscheidend auf 27:19 ausgebaut wurde (52.).

    Julius Meyer-Siebert stand in dieser Partie 26:25 Minuten lang auf dem Feld. Seinen einzigen Wurfversuch verwandelte er zum 29:22 (56.). Linksaußen Alexander Reimann (Lemgo) führte die deutsche Torschützenliste mit fünf Treffern an.es/ds


    Nordbayerischer Kurier vom Montag, 19. August 2019, Seite 27